Bilderberg-Konferenz: Machtelite trifft sich in Dresden

Treffen der Mächtigen findet in diesem Jahr in der sächsischen Landeshauptstadt statt - Medien berichten frühzeitig

Die Bilderberg-Konferenz (s.a. "Es ist eine Privatisierung und Re-Oligarchisierung der Politik zu beobachten") findet in diesem Jahr in Dresden statt. Das hat die taz am Freitagabend berichtet und stützt sich dabei auf eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums, die den Tagungsort bestätigt habe. Auch auf der Webseite der Bilderberg-Gruppe wird angegeben, dass die Zusammenkunft des Elitezirkels vom 9. bis 12. Juni in Dresden stattfinden soll.

Zum genauen Tagungsort finden sich keine Angaben, aber laut taz wird sich die Bilderberg-Gruppe im Kempinski-Hotel Taschenberg-Palais treffen. Das Hotel ist keine 300 Meter von der Semper Oper entfernt, liegt also im Zentrum der Stadt. Die taz beruft sich bei der Information auf einen Teilnehmer "aus dem Umfeld" der Bilderberg-Gruppe. Wie über die Onlinebuchungsfunktion auf der Webseite des Hotels ersichtlich, sind in dem besagten Zeitraum alle Zimmer belegt.

Nachdem die taz berichtete, haben mehrere Medien ebenfalls die Nachricht von der bevorstehende Zusammenkunft der "Bilderberger" aufgegriffen. Unter Überschriften wie "Bilderberg-Konferenz: Tagungsort bekannt geworden" (Spiegel Online), "Umstrittene Bilderberg-Konferenz findet dieses Jahr in Dresden statt" (Donaukurier) oder "Der mächtigste Geheimbund der Welt trifft sich in Dresden" (MoPo) wird auf das bevorstehende Treffen eingegangen.

Festzustellen ist: In den verganenen Jahren hat sich das Medieninteresse an der Zusammenkunft der Mächtigen gesteigert. Während es über Jahrzehnte nur vereinzelte Berichte zur Bilderberg-Konferenz gegeben hat, hat die Presse in den vergangenen 10 Jahren vermehrt Bilderberg als Thema entdeckt.

Anhand der Berichterstattung der letzten Jahre lässt sich ablesen, wie schwer sich Medien mit einer Berichterstattung über die Zusammenkunft der Bilderberger getan haben. Während große Medien über eine lange Zeit Bilderberg überhaupt nicht auf dem Schirm hatten und nur alternative Formate, die im Internet zu finden sind, über die Konferenzen berichteten, tauchten nach und nach immer mehr Artikel auch im medialen Mainstream auf. Häufig waren die Artikel jedoch nur von oberflächlicher Natur, eigene Recherchen, Hintergründe oder fundierte Analysen zu Bilderberg waren selten zu finden. Vielmehr waren die vorgefundenen Artikel oft von einer ironisierenden Betrachtung geprägt, die auf den Vorwurf abzielte, bei Bilderberg handele es sich um eine "geheime Weltregierung".

Einsichten einer kritischen Machtstrukturforschung, die sich mit den formellen und informellen Verbindungen der Mächtigen auseinandersetzt, wurde kaum Raum in der Berichterstattung gewährt.

Die frühe Vorberichterstattung zur Bilderberg-Konferenz dürfte darauf verweisen, dass sich die gesteigerte Aufmerksamkeit der Medien an dem Treffen fortsetzen wird.
Hinzu kommt: Während sich bei der letzten Bilderberg-Konferenz in Deutschland (2005) die Gruppe eher zurückgezogen im idyllischen Rottach-Egern traf, wo ihr kaum öffentliche Aufmerksamkeit zu Teil wurde, findet das Elitetreffen in diesem Jahr an einer für die Öffentlichkeit gut einsehbaren Lokalität statt. Das könnte auch dazu führen, dass Medien stärker von dem Ereignis angezogen werden. Warum der Bilderberg-Zirkel gerade Dresden als Tagungsort ausgesucht hat, ist nicht ersichtlich.

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