Bilderberger treffen sich in Tirol

"Die Aufgabe der Polizei beim G7-Gipfel und bei der Bilderberg-Konferenz ist der Schutz der Staatsgäste“

Wie im Juni 1988, findet auch in diesem Jahr die Bilderberg-Konferenz in Tirol statt. Vom 9-14 Juni kommen führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Forschung, Militär, Geheimdiensten und Adel zu einem Treffen in Telfs-Buchen zusammen, bei dem keine Öffentlichkeit erwünscht ist.

Bei einem Informationsgespräch am 13. Januar in Wien betonte die Österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), dass das Innenministerium bereits im Frühjahr 2014 gemeinsam mit der Landespolizeidirektion Tirol mit den Planungsvorbereitungen zur Sicherheit der Bilderberg-Konferenz - aber auch des G7-Gipfels - begonnen wurde.

Der G7-Gipfel findet am 7. und 8. Juni im Schlosshotel Elmau in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen statt. Laut einer Pressemitteilung der Landespolizeidirektion Tirol, liegen zwischen den beiden Veranstaltungsorten 3,6 Kilometer Luftlinie.

"Die Aufgabe der Polizei beim G7-Gipfel und bei der Bilderberg-Konferenz ist der Schutz der Staatsgäste, hochrangiger Persönlichkeiten und der Bevölkerung", sagte Mikl-Leitner bei dem Treffen in Wien. Für die beteiligten österreichischen Sicherheitskräfte werden die Zusammenkünfte der Mächtigen zu einer Mammutaufgabe. Generalmajor Robert Strondl, Leiter der Einsatzabteilung des Innenministeriums, sagte: "Beim Polizeieinsatz rund um den G7-Gipfel und die Bilderbergkonferenz handelt es sich um einen der größten Einsätze für die Polizei in diesem Jahr. (...) Seit Monaten sammeln wir alle relevanten Informationen rund um beide Veranstaltungen und erstellen Gefahreneinschätzungen, die laufend angepasst werden und Grundlage für alle weiteren Planungen sind."

Da der Einsatz beim G7-Gipfel und bei dem Treffen der Bilderberger "zusätzliche Einsatzkräfte, Einsatzmittel und Maßnahmen erforderlich" mache, habe man sich zur Einrichtung einer besonderen Aufbauorganisation (BAO) entschieden, sagte Brigadier Marius Gausterer, Referatsleiter für Sondereinsatzangelegenheiten im Innenministerium. Die BAO umfasse einen eigenen Einsatz-und Führungsstab in Tirol sowie einen Koordinierungsstab im Innenministerium, erklärte Gausterer weiter.

Laut Presssemitteilung der Landespolizeidirektion Tirol arbeiten an dem für die beiden Veranstaltungen entworfenen Sicherheitskonzept folgende Stellen eng zusammen:

- Landespolizeidirektion Tirol
- Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung
- Einsatzkommando Cobra
- Bundeskriminalamt
- Sicherheitsakademie

"Zwischen Österreich und Deutschland besteht eine Kooperationsstaatsvertrag. Seit Beginn der Planungsarbeiten arbeiten wir eng mit der deutschen Polizei zusammen“, sagte Gausterer. Die Polizei werde, so heißt es weiter in der Pressemitteilung, auf die sogenannte "3D-Philosophie" setzen, das heißt: Dialog – Deeskalation – Durchgreifen. Oder, mit anderen Worten: Die Polizei habe vor, mit Bevölkerung, Aktivisten und Demonstranten zuerst in den Dialog zu treten und deeskalierend einzuwirken. Das Einschreiten sei die letzte Konsequenz.

Wer zu den gut 140 handverlesenen Persönlichkeiten der diesjährigen Bilderberg-Konferenz gehören wird und welche Themen auf der Agenda stehen, ist derzeit noch nicht bekannt. Auf der Bilderberg-Konferenz 1988 äußerte der später angeblich von der Roten Armee Fraktion ermordete Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, den Vorschlag von einer Entschuldung der Dritten Welt. Der Spiegel schreibt dazu im Oktober 1988:

"Herrhausen hatte auf der Bilderberg-Konferenz, einem ebenso einflußreichen wie elitären Zirkel von Politikern und Wirtschaftsführern aus aller Welt, wahrhaft Ketzerisches vorgetragen: Der Banker empfahl, über einen Schuldennachlaß für die Dritte Welt nachzudenken."

Wer für die Kosten des massiven Polizeieinsatzes der privaten Bilderberg-Konferenz aufkommt, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.


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