Biodiversität predigen – Waldrodung fördern

Agrodiesel in Deutschland enthält Soja- und Palmöl.

Agrodiesel in Deutschland enthält Soja- und Palmöl. Während es für andere importierte Biomasse, etwa Holz, mittlerweile Siegel gibt, die es möglich machen sollen, die Herkunft und Anbaumethoden rückzuverfolgen. Ist gerade der staatlich geförderte Markt der importierten Biotreibstoffe noch völlig intransparent. So fielen letzte Woche nicht nur die Ergebnisse der UN-Konferenz zur Biodiversität mager aus – es gab auch keine neuen Ansätze Regenwaldabholzung und die Trockenlegung tropischer Moore zu stoppen.

Greenpeace untersuchte derweil 47 Biodiesel-Proben und fand darin fünf bis 25 Prozent Palmölanteil. Der Sojaanteil betrug sogar bis zu 75 Prozent. Die Umweltorganisation forderte die Bundesregierung auf, die Agrosprit-Beimischung ganz abzuschaffen. Für den Export von Soja- und Palmöl werden in Indonesien und Argentinien große Waldflächen gerodet. Palmöldiesel wurde sowohl in reinem Agrodiesel aber auch in Standarddiesel an Tankstellen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen gefunden. Pflanzendiesel aus Palmöl wird unter anderem von dem weltweit größten Agrodieselproduzenten ADM in den Werken Hamburg und Leer hergestellt.

Eine Studie im Auftrag von Greenpeace kommt zu dem Ergebnis, dass die Klimaschutzziele der Bundesregierung ohne den Einsatz von Agrokraftstoffen sogar schneller erreicht werden können. Ein Grund ist das tropische Wälder und Moore nur „lebend“ weiter CO2 binden und das in der Biomasse eingelagerte CO2 halten können. Werden sie zerstört, fällt die CO2-Bilanz der auf diesen Flächen angebauten Biomasse stark negativ aus – noch schlechter als die fossiler Treibstoffe. Auf importierte Biomasse könne, so Greenpeace, zudem vollständig verzichtet werden. Für Biomasse zur Stromerzeugung stünden in Deutschland für Energiepflanzen wie Mais oder Ackergras zwei Millionen Hektar Ackerfläche zur Verfügung, deren energetische Nutzung zur Wärme und Stromgewinnung rund zwölf Millionen Tonnen CO2 einsparen könne. Die bisherigen Pläne der Bundesregierung sehen jedoch vor, den Anteil der Agrokraftstoffe auf 17 Prozent erhöhen und so im Rahmen des geplanten Klima- und Energieprogramms jährlich neun Millionen Tonnen CO2 einzusparen. Die Beratungen zum sogenannten IKEP liefen am vergangenen Freitag im Bundestag (TP berichtete).

Quelle: USDA

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