Bischof Tebartz-van Elst zieht in den Limburger Dom

Saniertes Diözesanzentrum nicht standesgemäß

Seine bischöfliche Exzellenz Prof. Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nun doch nicht, wie geplant, in das neugealtbaute Diözesanzentrum St. Nikolaus einziehen, sondern in den Dom selbst. Umgekehrt wird der Kirchenbetrieb vom Limburger Dom in die benachbarte Kapelle St. Maria verlegt, die in das neue Diözesanzentrum integriert ist. Mit dieser Rochade trägt das Bistum der gesunkenen Nachfrage nach liturgischen Veranstaltungen Rechnung. Seit dem Episkopat des Prof. Tebartz-van Elst frommen Kirchensteuerzahler immer seltener im Dom, 25.000 Schäfchen haben seither die Herde des Limburger Glaubenshirten durch Austritt ganz verlassen.

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Für Prof. Tebartz-van Elst wiederum erwiesen sich die ursprünglich für ihn vorgesehenen Gemächer, die statt der 6 Millionen € offenbar nun über 31 Millionen € kosten, als zu klein. Im Falle einer Familiengründung des bislang ledigen Bischofs müsste angebaut werden, was mit zusätzlichen Kosten verbunden sei. Zudem könnte Prof. Tebartz-van Elst bei Unterhalt von eigenen großen Räumlichkeiten Mietkosten für Kameradschaftsabende seiner diversen Herrenclubs einsparen. Daher sei es ein Gebot der Vernunft, den absehbaren Leerstand des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zu beenden und dieses in einen repräsentativen Bischofssitz umzuwandeln. Missgünstige Vorwürfe über eine angebliche Prunk- und Genusssucht, die aktuell von der linken Kampfpresse erhoben werden, wies seine Exzellenz zurück. So ist anders als beim Kollegen Mixa für die Privatgemächer in Limburg etwa keine Sauna vorgesehen. Anlass zur Sorge, der Umbau des Limburger Doms könne zu einer Kostenexplosion führen, bestehe nicht, außerdem wäre derartiges ganz normal. So hätten sich ja auch die Kosten der Berliner BND-Zentrale von 300 Millionen € auf nunmehr knapp eine Milliarde € angehäuft, was den Baukosten des Burj Khalifa entspricht. Der Neubau von Gotteshäusern ist für Prof. Tebartz-van Elst eine gewisse Verpflichtung. So führt der Theologe in seinem Bischofswappen den Schutzmantel der Madonna von Kevelar, die 1641 am Niederrhein vorbeischaute und befahl: „Op deze plaats sult gij mij een kapelleken bouwen!“

Apropos Mantel: Die Diözese Limburg freut sich auf den geplanten großen St. Martins-Umzug, bei dem die Kirche an einen historischen Militär erinnert. Dieser soll aus Barmherzigkeit gegenüber einem nicht sesshaften Armutseinwanderer bei Kälte seinen Dienstmantel geteilt haben. Eine Aktualisierung des Stoffes, etwa das Teilen von Schwimmwesten mit schiffbrüchigen Bittstellern, ist nicht vorgesehen. Ggf. kann jedoch ein Segen gespendet werden, allerdings nicht vor Ort, da die erstklassigen Flugreisen seiner Exzellenz zu Menschen in Armut in die Kritik geraten sind. Die Armen müssen daher vorläufig ohne Prof. Tebartz-van Elst arm bleiben.

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