Bombendrohung gegen Roland Koch

Post der „Bewegung Morgenlicht“ in der Staatskanzlei

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) erhielt heute morgen in seiner Wiesbadener Staatskanzlei ungebetene Post. In einem Paket hatten Unbekannte dem Politiker eine Bombenattrappe zugeschickt. Bekennerschreiben einer „Bewegung Morgenlicht“ gingen dazu bei verschiedenen Medien ein. Das Motiv der Täter: Kochs jüngste Äußerungen über Hartz-IV-Empfänger.

Hinter den Mauern des unweit der hessischen Staatskanzlei gelegenen Bundeskriminalamts blinkten sofort die Alarmleuchten. Im Gegensatz zur breiten Öffentlichkeit beschäftigt man sich dort schon seit einigen Wochen mit der „Bewegung Morgenlicht“. Anfang November machten die bislang Unbekannten plötzlich von sich reden, als nachts mehrere Brandanschläge auf Frankfurter Banken verübt wurden. Jetzt sind die Angehörigen der Gruppe mit der Bombenattrappe einen Schritt weiter gegangen und nähren damit bei den Sicherheitsbehörden die Angst vor einer neuen RAF. Im Gegensatz zu der steht der „Bewegung“ das Internet zur Verfügung, worüber sie per E-Mail auch ihre Bekennerschreiben verschickt. Noch stochern Polizei und Geheimdienste bei ihren Ermittlungen im dichten Nebel, wissen weder die Militanz noch die Größe der Gruppe näher einzuschätzen, die sich im Herbst vergangenen Jahres bereits mehrfach in Internet-Foren zu Wort gemeldet haben soll.

Für Ministerpräsident Roland Koch jedenfalls wurde heute erst einmal der Personenschutz erhöht, denn die Absender der Attrappe teilten dem umstrittenen Politiker mit, dass ihn bei Wiederholungen seiner Äußerungen über Hartz-IV-Empfänger eine scharfe Bombe erreichen würde.

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