Brasilien pumpt Millionen in Ausbau der IT-Wirtschaft

Ausbildung von Nachwuchskräften und Ankauf von Unternehmen soll staatliche Produktion langfristig ausbauen

Die brasilianische Regierung will mit einem mehrjährigen staatlichen Förderprogramm die IT-Branche des Landes massiv entwickeln, um die digitale Kluft zu den Industriestaaten zu verringern. Der Minister für Wissenschaft, Technologie und Forschung, Marco Antonio Raupp, kündigte diese Woche ein Investitionspaket in Höhe von knapp 500 Millionen Reales (197 Millionen Euro) an. Mit den Mitteln soll die staatliche IT-Branche ausgebaut und die Ausbildung eigener Fachkräfte unterstützt werden.

Das Investitionsprogramm ist nach Angaben des Ministeriums zunächst bis zum Jahr 2015 angelegt. Neben der Förderung der staatlichen IT-Industrie sollen mit den Geldern auch Privatunternehmen angekauft werden. "Wir streben eine massive Steigerung der Software-Produktion in Brasilien an, damit dieses Wachstum Ressourcen für das Land generiert, den Unternehmen Gewinn bringt und hochwertige Arbeitsplätze schafft", zitiert eine Mitteilung des Ministeriums den Ressortchef Raupp.

Nach Informationen brasilianischer Medien sollen in einem ersten Schritt bis zum Jahr 2014 50.000 IT-Spezialisten ausgebildet werden, um diese Quote bis zum Jahr 2022 auf 900.000 auszuweiten. Derzeit sind in allen IT-bezogenen Bereichen 1,2 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer beruflich eingebunden. Der Ministerialsekretär für IT-Politik, Virgilio Almeida, gibt die Zahl der brasilianischen IT-Unternehmen mit 73.000 an. Sie hätten zuletzt einen Jahresumsatz von 37 Milliarden US-Dollar (rund 29,5 Milliarden Euro) verzeichnet.

Brasilien will durch das Förderprogramm mit dem Titel TI Maior an die Spitze eines lateinamerikanischen Trends setzen, in dessen Zuge die IT-Produktion massiv ausgebaut wurde. Regionale Medien sehen die lateinamerikanischen Staaten bereits in Konkurrenz mit Indien oder der Europäischen Union.

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