Britische Regierung will den Bau neuer Atomkraftwerke beschleunigen

Zwar sollen 10 neue Atomkraftwerke innerhalb von 10 Jahren gebaut werden, aber ein Konzept für die Endlagerung des Atommülls gibt es nicht.

Die britische Regierung hält trotz der Pannen und Verzögerungen beim Bau französischer Reaktoren sowie Sicherheitsmängeln daran fest, innerhalb eines Jahrzehnts zehn neue Atomkraftwerke bauen zu lassen. Der Energieminister Ed Miliband will die Genehmigungsverfahren für große Energieprojekte durch die Einrichtung einer Infrastrukturplanungskommission (IPC) beschleunigen und hat nun im Rahmen der Energiestrategie 10 Orte bekannt gegeben, an denen die AKWs vom französischen Konzern EDF sowie von den deutschen Konzernen E.On und RWE errichtet werden könnten. Daneben setzt die Regierung über Windenergie und andere erneuerbaren Energien vor allem auch auf "saubere" CCS-Kohlekraftwerke .

Man könne nicht auf die Atomenergie verzichten, meinte Miliband. Sie sei notwendig, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Miliband sagte, die Menschen, die in der Nähe von AKWs leben, wären von diesen "begeistert", die neuen Bauprojekte würden Jobs schaffen. Zumindest in Schottland lehnt die Scottish National Party die geplanten Standorte ab. Bis 2025 sollen bis zu 40 Prozent des Stroms aus Atomkraftwerken stammen.

Ungelöst ist freilich auch in Großbritannien die Frage der Endlagerung. Die Regierung geht davon aus, dass der radioaktive Abfall – 30 Tonnen pro Kraftwerk - erst einmal "sicher" auf dem Kraftwerksgelände gelagert werden muss, bevor ein Endlager fertig gestellt ist. Für die Zwischenlagerung geht man von bis zu 160 Jahren aus. Jährlich würden die neuen Kraftwerke immerhin 200 Tonnen hochradioaktiven Materials produzieren. Jetzt nimmt man erstmal an, dass "effektive Maßnahmen" zur Lagerung radioaktiven Mülls für die neuen Atomkraftwerke vorhanden sein werden. Geplant ist, ein Endlager tief unter der Erde zu bauen. Man geht von bis zu 18 Milliarden Pfund Kosten aus. Einen Ort gibt es dafür noch nicht. Auch die Kostenfrage der Endlagerung weist Probleme auf.

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