Britische Regierung will die Hälfte der staatlichen Wälder verkaufen

Zur kurzfristigen Reduktion des Defizits kommen Natur- und Umweltschutz unter die Räder

Die britische Regierung wird angesichts der hohen Staatsverschuldung eisern sparen. Um ein wenig Geld zur Senkung des Defizits einzunehmen, soll auch ein Teil der staatlichen Wälder verkauft werden, wie der Telegraph berichtet. Während man dafür relativ wenig erzielen wird, dürfte die irreversible Privatisierung schwere Folgen für den Natur- und Klimaschutz haben.

Nach den Informationen der Zeitung könnte bis zur Hälfte der Waldflächen – 370.000 Hektar - verkauft werden. Die Forestry Commission verwaltet insgesamt 748.000 Hektar. Das britische Umweltministerium bestätigt das Vorhaben, versichert aber, dass die staatlichen Wälder weiterhin ihre Rolle "bei der Bekämpfung des Klimawandels, beim Schutz der Umwelt und der Bewahrung der Artenvielfalt" oder bei der "Bereitstellung von grünem Raum zum Betreten und zur Erholung".

Das klingt nicht überzeugend, da den neuen Besitzern die Möglichkeit gewährt werden soll, die Bäume zu fällen, um beispielsweise Golfplätze, Feriendörfer oder andere kommerzielle Einrichtungen zu bauen. Selbst manche der alten Wälder, die schon in der Magna Charta von 1215 erwähnt sind, sollen für die wohl kurzsichtige Politik zur Konsolidierung des Staatshaushalts privatisiert werden.

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