Britische Regierung will einen Mindestpreis für Alkohol einführen

Müssen für eine Einheit Alkohol 50 Cent gezahlt werden, dann würde dies nach einem Ökonomen beträchtliche Folgen haben, z.B. würde die Zahl der Todesfälle um mehr als 1000 pro Jahr sinken

Der britische Regierungschef Cameron hat angekündigt, gegen den übermäßigen Alkoholkonsum vorgehen zu wollen. Die Regierung plant, einen Mindestverkaufspreis für Alkohol einzuführen, um Binge Drinking zu unterbinden, das für einen großen Anteil an Gewalt und Kriminalität verantwortlich sei, die medizinische Versorgung belaste und für Angst in der Öffentlichkeit sorge.

Der Ökonom John Appleby hat sich in einem Beitrag für das British Medical Journal einmal angeschaut, ob die Einführung eines Mindestpreises für Alkohol den Konsum tatsächlich senken würde. Wenn die Regierung pro Einheit einen Mindestpreis von 40 Pence (50 Cent) durchsetzen würde (1/4 Liter Wein entspricht 3 Einheiten, eine halbe Bier 2), dann würde dies bedeutende Folgen haben. Nach Appleby würden jährlich fast 40.000 Krankenhausbehandlungen entfallen, es gäbe 1.149 Todesfälle weniger und der Alkoholkonsum würde um 2,4 Prozent sinken. Erhöhte man den Mindespreis pro Einheit auf 50 Pence, so würden sich Folgen sogar verdoppeln.

Britische Haushalte haben 2010 50,9 Milliarden Euro ausgegeben, was einem Anteil von 3 Prozent des BIP ausmacht. Jeder Erwachsene über 18 Jahre gibt in der Woche 17 Pfund (20,8 Euro) für Alokohol aus. Entscheidend für die Ausgaben seien vor allem die Höhe des verfügbaren Einkommens und der Preis relativ zu anderen Gütern. Wohlhabendere Menschen können also durchaus mehr Geld für Alkohol ausgeben, als ärmere Menschen, aber trotzdem weniger trinken, weil sie schlicht teurere Produkte kaufen..

In Großbritannien haben sich nach Zahlen des NHS Information Center die Ausgaben für Alkohol zwischen 1964 und 2004 verdoppelt. Die Ausgaben gehen zeitweise in Phasen der Rezession zurück. So fielen sie in den letzten 5 Jahren um 17 Prozent. Das Binge Drinking ging seit 1998 zurück. Nach Angaben der britischen Statistikbehörde haben sich die Krankenhausbehandlungen, die auf Alkohol zurückzuführen sind, zwischen 2002 und 2010 verdoppelt, die Zahl der mit Alkoholkonsum verbundenen Todesfälle haben sich zwischen 2001 und 2008 verdoppelt, sind aber 2009 leicht zur+ckgegangen.

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