Britische Skeptiker organisieren Proteste gegen die "Pseudowissenschaft" Homöopathie

Mit einer Massenüberdosierung soll die Wirkungslosigkeit der Homöopathie bewiesen werden

Einige Briten, die sich als Skeptiker bezeichnen, ärgern sich über die Homöopathie, vor allem über die Globuli. Die homöopathischen Mittel seien wirkungslos, sagen die Mitglieder der Merseyside Sceptics Society, die ganze Veranstaltung ein Hokuspokos.

Auf die Palme gebracht hat die Skeptiker eine Anhörung im November 2009 im Gesundheitsausschuss des Parlaments, in der ein homöopathischer Arzt den Abgeordneten schilderte, wie oft eine Substanz "potenziert" werden müsse, um wirksam zu sein. Das sei surreal gewesen. Zudem trat ein Mitarbeiter der Apothekerkette Boots auf, der, so stellen es die Skeptiker dar, seine Freude zum Ausdruck brachte, Menschen die Arzneimittel zu verkaufen, deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist.

Deswegen haben die Skeptiker Proteste vor Boots-Filialen organisiert, die exakt um 10 Uhr 23 morgen stattfinden sollen – die Kampagne heißt exakt so und steht unter dem Slogan: "Homeopathy: There's nothing in it." Mit 10:23 soll nicht nur auf die Uhrzeit, sondern auch auf den italienischen Chemiker Amedeo Avogadro. Nach diesem wurde das Gesetz benannt, dass alle Gase unter gleichen Bedingungen die gleiche Menge an Molekülen enthalten.

Mehr oder weniger ironische Kommentare über Homöopathie und zur Aktion findet man bei Twitter. Erwartet werden "große Gruppen an Skeptikern" in einigen britischen Städten, die eine ganze Flasche von Globuli einnehmen werden, um mit dieser "Massenüberdosierung" zu demonstrieren, dass Homöopathie unwirksam ist. Und während der Aktionen soll auch erklärt werden, warum Homöopathie nicht wirken kann. Es sei unmoralisch für Regierung und die Apotheken, so die Skeptiker, weiterhin die Homöopathie zu unterstützen, die nicht nur eine "Pseudowissenschaft, sondern letztlich ein "magisches Ritual aus dem 18. Jahrhundert" sei.

Ähnliche Aktionen sollen auch in den in Kanada und Australien stattfinden. Die Skeptiker wollen mit damit die Menschen motivieren, sich die reichlich vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse auch einmal anzusehen. Vorbild ist eine Aktion von australischen Skeptikern im letzten Jahr. Beanstandet wird, dass die britische Gesundheitsbehörde jährlich 4 Millionen Pfund für die "Zuckerpillen" ausgibt und die Branche um die 40 Millionen jährlich umsetzen soll.

Für homöopathisches Arzneimittel werden Substanzen einer so genannten Potenzierung unterzogen, also meist immer wieder mit Wasser oder Alkohol verdünnt, manchmal auch verrieben. Das kann so weit gehen, dass die Ausgangssubstanz nicht mehr nachweisbar ist, nach Ansicht der Homöopathen nach dem Prinzip Weniger ist Mehr aber dennoch oder auch deswegen wirkt. Die meisten Wissenschaftler sehen in den vorgeblichen Arzneimitteln bestenfalls Placebos.

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