CO2-Emissionen vermutlich gestiegen

Konzerne lassen lieber Braunkohle- als Gaskraftwerke laufen

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) hat eine erste Abschätzung des diesjährigen Primärenergieverbrauchs vorgelegt. Demnach hat dieser 2012 leicht zugelegt, was die Statistiker vor allem auf Witterungseinflüsse zurückführen.

(Bild: AGEB)

Kräftig gewachsen ist 2012 nach AGEB-Angaben der Anteil der Erneuerbaren, aber auch die Braunkohle hat etwas zugelegt. Die AGEB führt das allerdings auf einen Sondereffekt zurück: Drei neue Kraftwerksblöcke seien in diesem Jahr in Betrieb genommen worden. Zum Ausgleich würden demnächst alte Blöcke vom Netz gehen, womit der Braunkohleverbrauch wieder abnehmen würde.

Richtig beruhigen kann das nicht, denn die Kraftwerksbesitzer, unter anderem die RWE, werden die neuen Anlagen mindestens 40 Jahre laufen lassen wollen. Im Interesse des Klimaschutzes müssten sie allerdings lange vorher schon stillgelegt werden. Immerhin ist Braunkohle der mit Abstand CO2-intensivste fossile Brennstoff.

Erdgas, das überwiegend aus Methan besteht, verursacht hingegen je nach Anlage um die Hälfte oder sogar zwei Drittel niedrigere Emissionen des Treibhausgas, gemessen an der produzierten Strommenge. Deshalb ist es für das Klima nicht besonders günstig, dass dessen Verbrauch in der Stromproduktion deutlich zurückgegangen ist. Insgesamt war der Gasverbrauch in etwa konstant, was aber vor allem mit dem höheren Heizbedarf im Vergleich zum Vorjahr zu tun hatte.

Entsprechend des verstärkten Einsatzes von Braun- und Steinkohle rechnet die AGEB für 2012 mit einer Erhöhung der CO2-Emissionen. Die Bundesregierung, das hat der jüngste Auftritt von Umwelt- und Wirtschaftsminister gezeigt, hat keinerlei Problembewusstsein. Statt dessen nimmt sie weiter Kurs auf Ausbremsen von dezentralen Lösungen wie Solar und Onshore-Wind und favorisiert die teuren aber von den Konzernen und großen Kapitalfonds kontrollierten Offshore-Windparks.

(Bild: AGEB)

Primärenergie beschreibt die Gesamtmenge der eingesetzten Energie, also der verwendeten Brennstoffe plus der erneuerbaren Energieträger. Für Uran wird dabei ein Wirkungsgrad von 33 Prozent angenommen. Soll heißen, wenn ein AKW 33 Kilowattstunden (kWh) Strom liefert, dann setzen die Statistiker dafür einen Primärenergieeinsatz von 100 kWh an. Kommen die 33 kWh jedoch von einer Windenergieanlage, so wird nur eine Primärenergie von 33 kWh angesetzt. Das kann zu Verzerrungen der Statistik führen, wenn der Atomenergieeinsatz zurück geht.

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