Chevron auf der Anklagebank

US-Ölkonzern muss sich daheim für Zusammenarbeit mit dem nigerianischen Militär verantworten.

Der US-Ölkonzern Chevron muss sich in San Francisco für Menschenrechtsverletzungen verantworten, die der Anklage zur Folge 1998 und 1999 in Nigeria in seinem Namen begonnen wurden, berichtet der Daily Champion aus Lagos. Chevron ist im ölreichen Nigerdelta aktiv, das von zahlreichen verschiedenen Völkern bewohnt wird, die sich immer wieder darüber beklagen, dass sie an dem Reichtum unter ihren Füßen nicht beteiligt werden, die Ölförderung aber durch Umweltverschmutzungen ihre Lebensgrundlagen zerstört.

Eines dieser Völker sind die Ijaw, von denen sich einige mit der Gruppe Concerned Ijaw Citizens an Chevron gewandt hatten. Als der Konzern nicht reagierte besetzten 121 Jugendliche im Mai 1998 Chevron-Anlagen. Der Konzern rief daraufhin die Armee zur Hilfe, die hart gegen die Besetzer vorging. Zwei wurden nach dem Bericht des Daily Champion getötet, elf weitere festgenommen und gefoltert. Chevron soll im Rahmen ähnlicher Auseinandersetzungen im Januar 1999 auch für die Zerstörung der Dörfer Opia und Ikeyan im nigerianischen Bundesstaat Delta State verantwortlich sein

Ken Saro-Wiwa

Auch andere große Ölkonzerne wie ExxonMobil und Shell werden seit vielen Jahren immer wieder für massive Umweltverschmutzung und zahlreiche Menschenrechtsverletzungen kritisiert. 1995 wurde der Schriftsteller und Dramatiker Ken Saro-Wiwa hingerichtet, weil er sich an den Protesten gegen Shell beteiligt hatte. Die damals regierende Militärjunta hatte ihm und seinen Genossen mehrere Morde angedichtet.