China: Unterstützung für Russland

Die Volksrepublik vertieft ihre Beziehungen zum nördlichen Nachbarn

Wenn Russlands Präsident Wladimir Putin nächste Woche China besucht, dann könnte auch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung für ein wichtiges Bauprojekt auf der Tagesordnung stehen. Russland hat das Problem, dass es über keine Landverbindung zur jüngst der Russischen Föderation einverleibten Krim verfügt. Eine Brücke über die Straße von Kertsch könnte für Abhilfe sorgen, wobei sicherlich auch Versorgungsleitungen für Wasser und Strom mit verlegt werden müssen.

Wie nun die Platform The BRICS Post unter Berufung auf russische Medien meldet, denken das staatliche Unternehmen China Railway Construction Corporation (CRCC) und der private Investmentfund China International Fund Ltd. über eine Beteiligung nach. Die Baukosten für die Querung, die mindestens vier Kilometer überwinden muss, werden mit einer knappen Milliarde Euro angegeben. Bisher ist unklar, ob sie ausschließlich als Brücke ausgeführt oder auch einen Tunnel beinhalten würde.

China beteiligt sich nicht an den Sanktionen, die die EU, die USA, Kanada und Japan gegen Russland verhängt haben. Während die großen US-Banken ihr Russlandgeschäft schon seit Jahresbeginn zurückfahren, weitet ihre chinesische Konkurrenz das dortige Engagement aus. Auch für den Ausbau der Infrastruktur für die Verflüssigung von Erdgas, die für den Export übers Meer wichtig ist, gibt es finanzielle Unterstützung aus der Volksrepublik, wie eine andere Internetplattform, die in New York erscheinende International Business Times, schreibt.

Des Weiteren wird vermutlich demnächst ein Vertrag unterzeichnet, der der Volksrepublik für 30 Jahre russische Gaslieferungen sichern würde. Deren Umfang entsprächen etwa einem Viertel der derzeit in die EU exportierten Menge. Zunächst müsste aber noch eine Pipeline nach China gebaut werden.

Auch sonst sind Beijing (Peking) und Moskau um die Vertiefung ihrer Beziehungen bemüht. Wie dem Magazin The Diplomat zu entnehmen ist, planen die beiden Länder ein gemeinsames Manöver im Ostchinesischem Meer, das von China, Taiwan, Korea und Japan eingegrenzt wird. Dabei werde es sich für China um das größte je mit ausländischer Beteiligung abgehaltene Unternehmen dieser Art halten, heißt es unter Berufung auf chinesische Medien. Das Flottenmanöver solle Ende Mai vor Shanghai stattfinden.

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