China kämpft mit hoher Inflation

Seit dem Sommer gibt es Anzeichen, dass die Reallöhne zurück gehen

Die chinesischen Ökonomen haben offensichtlich Probleme, die Inflation in den Griff zu bekommen. Vier Prozent sollte sie in diesem Jahr nicht überschreiten, lautete die Vorgabe der Regierung in Beijing (Peking), aber im September waren Verbrauchsgüter 6,1 Prozent teurer als noch ein Jahr zuvor, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua. Gegenüber dem Vormonat sind die Preise im Schnitt um immerhin 0,5 Prozent gestiegen. Im August hatte die Inflation 6,2 Prozent betragen.

Für die chinesische Führung, die nichts mehr fürchtet als eine unzufriedene Bevölkerung, wird es langsam eng. Die Preissteigerung frisst nämlich zumindest für einen Teil der Arbeiter die eigentlich recht beachtlichen Lohnsteigerungen auf. Wie die die Wirtschaftszeitung Caijing schreibt, schrumpfen inzwischen die Reallöhne. Daran ändere auch die Anhebung des Steuerfreibetrages für niedrige Einkommen nichts, die kürzlich in Kraft trat.

Der Caijing-Bericht basiert auf einer Stichprobe, die in 15 nicht weiter benannten Städten erhoben wurde. Demnach sind die Reallöhne in vier untersuchten Industrien im Vergleich zum Januar 2010 bis zum Sommer 2011 nur noch leicht gestiegen. Verglichen mit dem Juni 2010 sind sie sogar um fünf Prozent zurück gegangen. Ob diese Ergebnisse wirklich für das ganze Land repräsentativ sind, geht aus dem Beitrag allerdings nicht schlüssig hervor.

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