China sägt weiter an der Leitwährung Dollar

Nun soll auch mit Japan direkt in Renminbi und Yen gehandelt werden

Vor gut einem Jahr machten China und Russland ernst und begannen damit, den bilateralen Handel in ihren Landeswährungen abzuwickeln. Das war der erste entscheidende Schritt, nachdem beide Länder angeregt hatten, die Leitwährung Dollar abzulösen.

Nun ist es ein harter Schlag für den sowieso angeschlagenen Dollar, dass sogar Japan mit China am Dollar sägt. Die nun drittgrößte Wirtschaftsmacht Japan will mit der zweitgrößten ebenfalls direkt in den Landeswährungen Handel betreiben und nicht mehr den Umweg über den Dollar gehen, teilte die japanische Regierung mit.

Japan will nun ebenfalls chinesische Staatsanleihen kaufen, was bisher fast unmöglich war. Das gaben der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda und der chinesische Premierminister Wen Jiabao nach einem Treffen in der chinesischen Hauptstadt Peking bekannt. Tokio hatte bisher vor allem in den Dollar investiert und sucht, weil die US-Notenbank (FED) die Geldhähne weit geöffnet hat und massiv Geld druckt, eine vernünftige Alternative. Peking hat mit den weltweit größten Devisenreserven (etwa 3,2 Billionen Dollar) ein noch größeres Problem. China muss diversifizieren, um bei einem Absturz des Dollars (in dem ein großer Teil des Geldes steckt) nicht zu hart getroffen zu werden.

Der Vorstoß von China und Japan ist ein wirklich harter Schlag für die Leitwährung, denn China ist Japans größter Handelspartner. Die Handelsaktivität hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht und die Außenverflechtung von Importen und Exporten machte zwischen beiden Ländern 2010 schon etwa 340 Milliarden Dollar aus (260 Milliarden Euro). Zwischen China und den USA waren es dagegen 400 Milliarden Dollar.

Für den Dollar ist das eine sehr schlechte Nachricht, weil er nun in Asien deutlich geschwächt wird. Erwartet wird, dass sich dem Modell sehr bald weitere Staaten anschließen, ohnehin wird darüber seit längerem unter den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) diskutiert. Bislang war das "Volksgeld" (Renminbi, die Einheit heißt Yuan) an den Dollar gebunden. Die chinesische Währung durfte nur nach strikten Regeln außerhalb Chinas in den Markt gebracht werden, weil die Währung nicht frei konvertierbar war. Da nun direkt in Yen getauscht werden kann, werden auch die Transaktionen zwischen den beiden Ländern billiger.

China Daily sprach deshalb von einem "substantiellen Schritt nach vorn für die Internationalisierung des Yuan". Für Währungsexperten ist eines klar: Will man eine Währung als globale Leitwährung in Stellung bringen, muss man sie zunächst im internationalen Güterhandel etablieren. Danach wird sie auch für Kapitalverkehr und für Finanzgeschäfte etabliert und dann wird sie von den Zentralbanken als Reservewährung akzeptiert werden.

Doch auch der Euroraum kommt damit noch deutlicher in Bedrängnis. Denn nun haben japanische Anleger eine neue Alternative zu Staatsanleihen aus den USA oder Europa. Das Land wird 2012 formal beantragen, chinesische Anleihen kaufen zu dürfen. Dem Renminbi wird zudem ein großes Potential zur Aufwertung gegenüber dem Dollar und dem Euro zugeschrieben, weshalb er als Anlagewährung mit großen Gewinnaussichten gehandelt wird. China widersetzt sich seit Jahren im Währungskrieg mit den USA einer zu starken Aufwertung, um den eigenen Export nicht zu belasten.

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