China startet ins Solarzeitalter

Zehn Gigwatt neuer Solarleistung in 2013 geplant, womit das Land Deutschland als wichtigsten Markt ablösen dürfte

Wie es aussieht, wird China in diesem Jahr Deutschland als größten Markt für Fotovoltaikanlagen ablösen. Zehn Gigawatt (GW) Solarleistung sollen nach den neuesten Regierungsplänen 2013 installiert werden. Derzeit sind sieben GW in Betrieb, 3,5 GW sind 2012 hinzu gekommen. Damit entwickelt sich das Land endgültig zum El Dorado der Erneuerbaren Energieträger. Schon seit einigen Jahren ist China sowohl als Hersteller als auch als Absatzmarkt für Windkraftanlagen sowie für Solaranlagen, die die Sonnenwärme für Warmwasser und Heizen nutzen, die Nummer eins. Das offizielle Ziel für den Fotovoltaik-Ausbau war letztes Jahr auf 21 GW bis 2015 hochgesetzt worden. Inzwischen scheint es aber ein neues internes Ziel zu geben, das auf 35 GW lautet.

Potenzielle Käufer von Solaranlagen müssen durch die größere chinesische Binnennachfrage allerdings keinen Preisanstieg befürchten. Die anvisierten zehn GW Eigenbedarf machen gerade ein Viertel der chinesischen Produktionskapazitäten aus. Dennoch haben die Börsenkurse chinesischer Solarunternehmen nach der Ankündigung einen kräftigen Sprung gemacht. Weltweit waren einschlägige Titel bereits in den letzten Tagen durch die Ankündigung des US-Milliardärs Warren Buffet befeuert worden, weitere 2,5 Milliarden US-Dollar in Solarenergie stecken zu wollen.

Die Nachrichtenagentur Reuters ist allerdings skeptisch. Die Kurse seien nach Buffets Ankündigung nur kurzfristig gestiegen und bereits wieder gefallen. Die Branche leidet nach wie vor unter erheblicher Überproduktion. 35 GW würde diese betragen. Das Ergebnis: Die Preise seien binnen zwei Jahren um zwei Drittel gefallen, berichtet Reuters, was sich mit den Daten aus Deutschland deckt. Für die Verbreitung der Technologie ist das gut, wie man nicht zuletzt am hiesigen Zubau sehen kann. Für die Hersteller ist der Preisverfall allerdings katastrophal. Nach Angaben der Agentur gab es Ende 2012 nur noch etwas weniger als 150 von ihnen. 2010 seien es hingegen noch über 750 gewesen.

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