China überholt USA

Die Volksrepublik steigt zur weltweit größten Wirtschaftsmacht auf

China hat die USA 2014 erstmals als größte Volkswirtschaft überrundet, schreibt die Daily Mail unter Berufung auf Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Umgerechnet in sogenannten Kaufkraftparitäten werde die chinesische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr voraussichtlich 17,61 Billionen US-Dollar umfassen, zwischen New York und Los Angeles wird man hingegen "nur" auf 17,4 Billionen US-Dollar kommen.

Wird allerdings mit den realen Wechselkursen gerechnet, dann ist China mit etwas über zehn Billionen US-Dollar Bruttonationalprodukt 2014 zwar die unangefochtene Nummer 2 unter den Volkswirtschaften, aber noch ein ganzes Stück hinter den USA zurück. Wechselkurse können sich jedoch ändern und der chinesische Yuan gilt gegenüber dem US-Dollar noch immer als unterbewertet.

Die Zeitung spricht jedenfalls von einer hohen symbolischen Bedeutung dieses Datums. Die USA hätten seit 1872, dem Jahr, in dem sie Großbritannien überholten, die Position der Nummer 1 in der Weltwirtschaft inne gehabt. Auf dieser Basis hat sich letztlich auch ihre Währung zur Quasi-Weltwährung entwickelt, was dem Land in vielerlei Hinsicht erhebliche Vorteile verschafft. Letztlich muss Washington lediglich seine Notenpresse anwerfen, wenn es seine inzwischen gewaltige Verschuldung begleichen will. Auch kennt man in den USA nicht das Problem, dass sich die Ölimporte durch die Abwertung der Landeswährung verteuern.

Interessant ist im Vergleich zwischen China und den USA auch die Dynamik. Die USA haben seit Beginn der 1990er Jahre zwar im Vergleich zu anderen Industriestaaten ganz ordentliche Wachstumszahlen hinlegen können, doch China, das meist im zweistelligen Bereich wuchs, konnten sie das Wasser reichen. Inzwischen hat sich in der Volksrepublik das Wachstum zwar etwas verlangsamt, übertrifft aber immer noch deutlich die US-Zahlen. Der IWF geht für dieses Jahr in China von einem Plus von 7,4 und im nächsten Jahr von 7,1 Prozent aus. Die USA bringen es nach dieser Prognose hingegen 2014 nur auf ein Wachstum von 2,2 und im nächsten Jahr auf 3,1 Prozent.

Mit anderen Worten: Chinas Aufstieg geht weiter und auch in nominellen Dollar-Werten wird das Land der Mitte die USA in wenigen Jahren eingeholt haben. Letzteres wird auch dadurch beschleunigt, dass der Yuan vermutlich weiter langsam aufwerten wird. Übrigens: Chinas ökonomischer Aufstieg wurde erheblich dadurch erleichtert, dass das Land im Vergleich zu den USA einen weitaus geringeren Teil seiner Wirtschaftskraft in die Aufrüstung steckt.

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