Chip auf der Schulter

Neben der Spur

Sportler machen es vor: wir sollten uns alle einen RFID Chip auf die Schulter kleben lassen.

Super Bowl? Lange schon aus und vorbei für dieses Jahr, allerdings muss man sagen, dass es sich wohl mehr um einen Touchdonw von Beyoncé vs. Coldplay gehandelt hat. Von Anfang an unfair, Coldplay kommt aus Großbritannien, und die sind einfach keine Football Nation. Ende der Durchsage.

Aber was doch eigentlich spannender war: der Einsatz von RFID-Chips, die auf jeder Schulter der Spieler gesessen sind. Und das kann man das wörtlich nehmen. Die kleinen Datenschleudern kleben nun schon das zweite Jahr unter dem Schulterpolster der großen Ballschleuderer und senden so ständig Information über die Position und zum Beispiel die Laufgeschwindigkeit der Spieler ab. Bis zu 25mal pro Sekunde kommen so Daten über das Spielfeld und lassen in der Berichterstattung weltbewegende Information zu wie "Spieler 9 rennt nun schon 1.79 Meilen in diesem Spiel und bietet dabei die Durchschnittsgeschwindigkeit eines gehbehinderten Geparden". Es soll Menschen geben, die so ein Spiel besser genießen können.

Allerdings gibt es auch sinnvollere Anwendungen, denn die Trainer am Spielfeldrand bekommen via App die Daten so aufbereitet, dass sie sehen können, wenn jemand langsamer und damit müder wird. Sollte ein Trainer das nicht eh an der bodenlang hängenden Zunge erkennen können, sagt es ihm das Datenset.

Vermutlich kann man einen Trainer dann auch bald durch einen Algorithmus ersetzen.

In diesem Zusammenhang ist es nicht uninteressant, dass natürlich auch inzwischen die ersten Daten zu Netflix bei Liebespaaren erhoben werden. Ein Viertel der über 1000 Befragten erachtet es bei der Partnerfindung dabei als wichtig, die gleichen Shows beim Streamingdienst zu mögen. Und 51 Prozent sehen einen klaren Hinweis für eine ernster werdende Beziehung, wenn man sich auf ein gleiches Passwort für Netflix einigt...17 Prozent rücken allerdings ihres erst bei einer Verlobung heraus.

Schön und gut, aber da will man natürlich schon wissen, ob hier auch RFID-Chips mit im Spiel sein könnten. Und die Antwort ist klar: Nein, bisher nicht, das waren Interviews mit wirklichen Menschen. Ohne 25mal in der Sekunde Daten zu übertragen.

Aber das wäre natürlich noch etwas. Sollten sich mehr Menschen dazu entscheiden können, vor dem Fernseher Jogginghose mit eingenähtem RFID-Chip zu tragen, könnte Netflix an einem Samstagabend bei absolut null Bewegung im Raum und eher miesen Gepardenwerten spätestens nach dem dritten Spielfilm Konzertfilme von Beyoncé einblenden. Natürlich nur bei den Liebesfaulen. Vielleicht hebt das laut Datenauswertung die Libido auf beiden Seiten. Solange die Jogginghose noch messbar mit im Spiel ist...

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