Corona-Impfstoff: China muss im Ausland testen

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Chinesische Covid-19-Impfstoffe sollen demnächst unter anderem in Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf ihre Wirksamkeit getestet werden

Die in Hongkong erscheinende South China Morning Post berichtet über in China von verschiedenen Firmen entwickelte Impfstoffpräparate, die demnächst in die dritte Phase der klinischen Tests eintreten können. Die dafür notwendigen Genehmigungen seien für einige bereits erteilt. Weitere Impfstoff-Kandidaten befinden sich in der Entwicklung, seien aber noch nicht so weit fortgeschritten.

Nach Darstellung der WHO werden zunächst nach Laborstudien und Tierversuchen in zwei Stufen klinischer Tests zunächst einige Dutzend und dann mehrere 100 Personen getestet, um Nebenwirkungen zu studieren und möglichst auszuschließen. Außerdem müssen erfolgversprechende Kandidaten zeigen, dass sie die Produktion von Antikörpern ausreichend anregen.

Normalerweise ist dies ein längerer Prozess, der wegen der Dringlichkeit offenbar sehr gerafft wird. Ob in dieser kurzen Zeit tatsächlich sichergestellt werden kann, dass schwerwiegende Nebenwirkungen auszuschließen sind, erscheint unklar und ist sicherlich auch eine Abwägungssache. Um so wichtiger wäre es, dass nicht-kommerzielle Überlegungen den Ausschlag geben.

In der dritten Phase, die nun für einige Stoffe demnächst beginnen soll, wird schließlich eine größere Gruppe von einigen Tausend Probanden getestet. Diese Versuche sollen in der Praxis zeigen, ob der Impfstoff auch tatsächlich den gewünschten Schutz gegen Infektionen bietet.

Dafür braucht es eine Umgebung, in der sich das Virus verbreitet. Da aber in China das Ansteckungsrisiko inzwischen minimal ist, haben die chinesischen Unternehmen Verträge mit Brasilien, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgeschlossen, um die klinischen Tests dort durchzuführen.

USA und Brasilien

Derweil steigt in den USA die Zahl der Neuinfizierten wieder an, wie den Daten des Worldometers zu entnehmen ist. Demnach wurden am Mittwoch über 38.000 neue Fälle gemeldet. Das war knapp unter dem bisherigen Rekord vom 24. April, als an einem einzigen Tag gut 39.000 neue Fälle gemeldet worden waren. Die Zahl der Todesfälle war in den letzten Wochen deutlich rückläufig und zeigt bisher zum Glück noch keinen Wiederanstieg.

Einen stärkeren Anstieg der Corona-Fälle als in den USA gibt es nur in Brasilien. Dort wurde am 23. und 24. Juni jeweils gut 40.000 Neuinfizierte registriert. Die Zahl der Todesfälle ist dort noch nicht rückläufig, sondern schwankt seit Ende Mai um die 1000 täglich.

Weltweit sind bisher 486.000 Menschen an dem neuen Virus gestorben. Rund 9,6 Millionen haben sich infiziert. Umgerechnet auf die Bevölkerung gibt es die meisten Todesfälle bisher in Westeuropa. Mit über Tausend pro einer Million Einwohner wird die traurige Hitliste von dem Zwergstaat San Marino angeführt. Es folgen Belgien (839), Großbritannien (637), Spanien (606), Italien (573) und Schweden (516). In China sind drei Menschen pro einer Million Einwohner gestorben, in Südkorea sechs und im extrem dicht besiedelten Hongkong 0,9.