Corona-Krise: Erneuter Börsenabsturz in Fernost

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Börsen in heller Aufregung. Rasanter Anstieg der Zahl der Infizierten in den USA. WHO fordert mehr Tests

An den Aktienmärkten rund um den Globus ist die Hölle los. In Fernost ging es am Montag weiter in den Keller. Die in Hongkong erscheinende South China Morning Post berichtet am Montagabend (Ortszeit), dass der an der dortigen Börse ermittelte Hang Seng Index zum fünften Mal seit Januar an einem Tag um 900 Punkte gefallen sei. Auch in den anderen Börsen in der Region seien die Kurse weiter abgesackt, da die Angst vor einer schweren globalen Rezession umgehe.

Der Weg nach unten ist jedoch keineswegs gerade. Vielmehr herrscht an der Börse des autonomen Stadtstaats – einer der wichtigsten Ostasiens – seit Wochen ein wildes Auf und Ab. Hierzulande hat sich der Dax hingegen in den letzten Tagen vorerst unter 9000 Zählern eingependelt, nachdem er seit Mitte Februar 5000 verloren hat.

Seinerzeit hatte er einen historischen Höchststand erreicht, nachdem er ein ganzes Jahr lang geklettert war. Einiges spricht dafür, dass die deutschen Aktien ohnehin deutlich überbewertet und ihre Kurse angesichts der sich seit dem Herbst abzeichnenden Rezession eher auf tönernen Füßen standen.

Der US-amerikanische Dow Jones Index schien am Montag vorerst nicht den ostasiatischen Börsen auf ihrem Weg nach unten folgen zu wollen, allerdings dürfte die vorübergehende Beruhigung kaum von Dauer sein. In den USA breitet sich der Corona-Virus inzwischen rasend schnell aus und beginnt dort ebenfalls das ganze Land stillzulegen.

Am Sonntag machte jenseits des Atlantiks die Zahl der Infizierten mit nicht ganz 8.000 (John-Hopkins-Universität) bis knapp 10.000 (Worldometer) neuen Fällen einen gewaltigen Satz. Das war der bisher mit Abstand stärkste tägliche Anstieg.

Die täglichen Zuwächse nehmen in fast allen Ländern außerhalb Ostasiens – auch in Deutschland – mit einigen Schwankungen von Tag zu Tag zu. Nur aus den subsaharischen Ländern Afrikas werden nach wie vor nur sehr niedrige Fallzahlen gemeldet.

Das Rezept für die Erfolge Ostasiens scheint in frühzeitigen und sehr zahlreichen Tests in Verbindungen mit zum Teil drastischen Einschränkungen der sozialen Kontakte zu bestehen. Das dürfte einer der Gründe sein, weshalb die Weltgesundheitsorganisation WHO erheblich mehr Tests fordert.

Derweil werden auch die US-Börsen heftig durchgeschüttelt. Die South China Morning Post schrieb am Wochenende, dass der Dow Jones Indes im März bereits 24,5 Prozent eingebüßt habe. Wenn es in dieser Woche so weiter gehe, werde womöglich der bisherige monatliche Rekordverlust des Septembers 1931 überboten, der bei 31 Prozent lag