D-Central: Ein dezentrales, dunkles Internet

Rückkehr der Silicon-Valley-Ritter: Ein mobiler Krypto-Router soll die Welt vor der NSA retten.

John McAfee ist mit Antivirensoftware reich geworden und führt seither das ausgefüllte und bizarre Leben eines Silicon-Valley-Multilillionärs, von dem er in unterhaltsamen Youtube-Videos zu berichten weiß.

Am Wochenende hat er auf dem C2SV Music und Technology Festival seine Pläne vorgestellt, ab dem 23. März nächsten Jahres ein kleines, rundes Gerät namens D-Central zu verkaufen, parallel dazu gibt es neue Internet-Infrastruktur. Das bildschirmlose Teilchen soll dann für unter 100 US-Dollar (ca.74 Euro) auf den Markt kommen und es dient einem einzigen Zweck: Ein dezentrales, verschlüsseltes, aus D-Central Wlan-Zellen gebildetes dunkles Internet zu schaffen. Es verbindet sich mit dem bisherigen, von Konzernen und Staatsorganen kontrollierten Internet und stellt ein weltweites Netz her, allerdings ohne NSA und BND. Es werde für die Regierung keine Möglichkeit mehr geben festzustellen, wer und wo man ist, so McAfee

Natürlich hören wir jetzt schon die Klagerufe, das System würde dann von Kriminellen und Terroristen genutzt werden. Aber das, so entgegnet McAfee mit kühler Logik, gelte auch für das Telefon. Und auch für alles andere, wie man sich selbst nach kurzem Nachdenken klarmachen kann. Was die neue Firma McAfees mit dem Namen Future Tense Central vorhat, ist eine Revolution und wird von den Herrschern über das alte Internet verbissen bekämpft werden. Auf den Ausgang dieses Ringens darf man also gespannt sein.

Eine scheinbare Konkurrenz erhält D-Central durch das Projekt Occupy.here vom US-Startup Triple Canopy Labs, das allerdings darauf abzielt, eine neue Plattform zu schaffen, auf der Informationen sicher (da dezentral über Wlan-Zellen) ausgetauscht werden können. D-Central dagegen ist für den Austausch beliebiger Datenmengen geplant, eine Art SciFi-Version von Filesharing also, ein Krypto-iPod für die Studenten-Generation der 10er-Dekade. Weiterer Unterschied: Occupy.here läuft auf eigenen, ortsfesten Routern, während D-Central selbst ein mobiler Router ist. Die beiden Konzepte könnten sich also durchaus ergänzen. John McAfee hat übrigens angekündigt, sein neues Produkt auf der ganzen Welt verkaufen zu wollen, selbst wenn es in den USA verboten werde. Das Design sei fertig, man gehe jetzt in die Produktion.

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