Dafür zahlen wir nicht

Der NDR will dem Initiator einer Kampagne zur Verbesserung der Fernsehqualität keine Aufträge mehr geben

Letzte Woche startete Holger Kreymeier, der Macher von Fernsehkritik-TV eine Video-Kampagne zur Verbesserung der Programmqualität öffentlich-rechtlicher Sender. Sie stieß auf reges Interesse in Medien und Foren, wo sichtbar wurde, dass sich bemerkenswert viel Zorn darüber angestaut hat, dass selbst Personen ohne Fernseh- und Radiogerät zur Zwangsfinanzierung von Honoraren für Bill-Gates-PR-Auftritte bei "Wetten Dass …?" und Schlimmerem herangezogen werden.

Nun stellt sich heraus, dass die Kampagne möglicherweise zu erfolgreich war: Kreymeier arbeitete freiberuflich für den NDR, wo er unter anderem Untertitel für Hörbehinderte anfertigte. Am Dienstag rief ihn nach eigener Darstellung seine dortige Chefin an und teilte ihm mit, dass das Justiziariat des Senders eine weitere Beschäftigung untersagt habe. Bereits verabredete Arbeitstermine würden deshalb gestrichen.

In einem öffentlichen Kommentar dazu betonte Kreymeier, dass er mit seiner Kampagne "weder zu einem Gebühren-Boykott aufgerufen noch das öffentlich-rechtliche System in Frage gestellt" habe. Seine Kritik habe sich vielmehr auf Inhalte konzentriert. Allerdings habe ihm die Entscheidung des NDR nun gezeigt, "dass das öffentlich-rechtliche System am Ende ist."

Der NDR verlautbarte mittlerweile auf die Erklärung Kreymeiers, dass er diesem lediglich mitgeteilt habe, dass "vor dem Hintergrund seiner Initiative [...] eine Fortsetzung der Zusammenarbeit überprüft werden müsse." Ein "klärendes Gespräch mit dem für ihn zuständigen Programmbereichsleiter" habe Kreymeier abgelehnt und stattdessen verkündet, dass er sich auf seine Arbeit als Filmproduzent konzentrieren wolle.

Im letzten Jahr hatte das gebührenfinanzierte ZDF auf Kritik an der Programmqualität durch die Moderatorin Elke Heidenreich mit deren Entlassung reagiert. Ihre Nachfolge tritt nun Ijoma Mangold an - ein Literaturkritiker, der unter anderem dadurch von sich Reden machte, dass er vor der "Urheberrechtsreform" auf PR von Verlagen hereinfiel.

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