Dampf steigt aus dem Reaktor 3 des AKW Fukushima auf

Tepco hat das AKW auch zwei Jahre nach dem Unfall noch nicht unter Kontrolle, wovon auch eine überwältigende Mehrheit der Japaner überzeugt ist

Mehr als zwei Jahre nach der Katastrophe im AKW Fukushima bleibt deutlich, dass die mit Staatsgeldern vor der Pleite geschützte Betreibergesellschaft Tepco die Probleme noch immer nicht im Griff hat. Immer mal wieder tritt Radioaktivität durch Wasserlecks aus, ist die Radioaktivität um das AKW hoch und macht die Entsorgung des Kühlwassers Schwierigkeiten, von der Sicherung der drei Reaktoren, in denen eine Kernschmelze stattgefunden hat, gar nicht zu sprechen.

Aktuell steigt aus Reaktor 3 Dampf auf. In dem Reaktor hatte auch eine Kernschmelze stattgefunden hat, das Dach war im März 2011, nachdem Meerwasser zur Kühlung eingepumpt wurde, durch eine Wasserstoffexplosion zerstört worden. Tepco beeilt sich zu versichern, dass keine erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde und es sich nicht um einen Notfall handelt. Im fünften Stock sei der Dampf in der Nähe eines Kühlbeckens gesehen worden, der dünn aufsteige und keine Säule bilde.

Man untersuche den Vorfall, so ein Sprecher von Tepco, obgleich die Temperatur des Reaktors auch Stunden nach dem Entdecken des Dampfs nicht angestiegen sei und bei 38 Grad Celsius liege. In einer Pressemitteilung schreibt Tepco, es hätten sich nirgendwo "signifikante" Veränderungen erkennen lassen, der Dampf steigt aber weiter auf. In dem Kühlbecken befinden sich nur Geräte, die vor dem Unglück hier gelagert wurden, allerdings befindet sich das Becken direkt neben dem Stahlmantel, der den Reaktor umgibt. Möglicherweise sei der Dampf eine Folge des Regens am Donnerstag. Wasser könnte auf den Reaktormantel gekommen und verdampft sein. In den Reaktor und in die Kühlbecken wird weiterhin Wasser gepumpt.

Nach einer aktuellen Umfrage sind 94 Prozent der Japaner davon überzeugt, dass die Folgen des Unfalls im AKW Fukushima 1 auch zwei Jahre später noch nicht unter Kontrolle sind. Als Hauptgrund wird angegeben, dass weiterhin radioaktives Material aus dem AKW austritt. 23 Prozent glauben, dass ein weiterer AKW-Unfall nur eine Frage der Zeit ist, wenn die noch still liegenden Reaktoren wieder hochgefahren werden. 57 Prozent sagen, ein weiterer Unfall sei wahrscheinlich. 54 Prozent wollen, dass Japan allmählich aus der Atomenergie aussteigt, 31 Prozent wollen, dass dies möglichst schnell geschieht.

Nur zwei Reaktoren sind nach dem Fukushima-Unfall wieder angeschaltet worden, 50 haben noch keine Genehmigung erhalten, da erst bestimmte Sicherheitsanforderungen durchgeführt und von der Atomaufsichtsbehörde abgenommen worden sein müssen. Die Regierung und natürlich die Energiekonzerne drängen auf eine schnelle Wiederinbetriebnahme von möglichst vielen Reaktoren. Am 8. Juli haben vier Konzerne Anträge zur Wiederinbetriebnahme von 10 Reaktoren gestellt.

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