Das Pokern hat ein Ende

AKW Brunsbüttel wird abgerissen - Demontage soll 20 Jahre dauern

Betreiber Vattenfall hat jetzt den Antrag auf Rückbau des AKW Brunsbüttel gestellt. Das AKW ist, nach mehreren Pannen, schon seit 2007 heruntergefahren, seitdem dient das Kraftwerksgelände nur noch als Zwischenlager. Zunächst war die damalige Abschaltung als eine Art Poker mit den sogenannten Reststrommengen des mit Rot-Grün ausgehandelten Atomausstiegs gesehen worden.

Denn zu dem Zeitpunkt hatte das Kraftwerk nur noch eine Reststrommenge von knapp 11.000 GWh, entsprechend einer Restlaufzeit von ~ 22 Monaten. Vattenfall hoffte zu dem Zeitpunkt aber anscheinend noch durch Drosselung der Leistung des AKWs dieses in die Zeit nach der Bundestagswahl, mit einer Aufhebung des Atomausstiegs, hinüberretten zu können. Ohne den GAU von Fukushima wäre es wohl auch so gekommen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig begrüßte die endgültige Entscheidung zum Abriss, es sei ein wichtiges Signal, dass eines der ältesten Atomkraftwerke Deutschlands jetzt abgerissen werde und ein Schritt hin auf die Energiewende. Völlig unklar ist zur Zeit noch, wo die radioaktiven Teile des Kraftwerks gelagert werden sollen. Das Genehmigungsverfahren und die Planung des Abrisses sollen etwa 5 Jahre und die eigentlichen Bauarbeiten weitere 15 Jahre dauern. Wenn alles gut geht, wäre der Abriss damit im Jahr 2032 abgeschlossen, zu einem Zeitpunkt also, ab dem Wind und Sonne längst den Großteil des Stroms liefern sollen.

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