Das Überwachungsnetz wird immer dichter

Jede Woche werden von einer Person in Großbritannien durchschnittlich 3.254 Datensätze mit persönlichen Informationen gesammelt und gespeichert.

Großbritannien dürfte das westliche Land sein, in dem die Bürger am stärksten überwacht werden. So soll das Land weltweit das dichteste Netz an staatlichen und privaten Überwachungskameras besitzen, so dass jeder Bürger durchschnittlich 300 Mal täglich aufgenommen wird. Die Bänder werden unterschiedlich lange aufbewahrt. Allein Transport for London (TfL) hat über 8.500 Überwachungskameras in den U-Bahnstationen, 1.550 in den Zügen und 60.000 in den Bussen installiert.

Der Sunday Telegraph hat versucht, das Überwachungsnetz, das über der britischen Gesellschaft liegt und sich immer weiter ausdehnt, anschaulich zu machen. Anlass ist der Plan der britischen Regierung, Hunderten von Behörden bis hin zu Feuerwehren Zugriff auf die Internetdaten zu gewähren, die aufgrund der Vorratsdatenspeicherung gesammelt werden. In einer Woche würde von einer Person in Großbritannien durchschnittlich 3.254 Datensätze (Einkäufe, Handy-Benutzung, Reisen, Internetverhalten etc.) gesammelt und gespeichert – manchmal unbefristet. Meist werden die Daten von Privatunternehmen gesammelt, viele aber können auch vom Staat eingefordert werden.

Durchschnittlich telefoniert jeder Brite drei Mal mit dem Handy und versendet zwei SMS. Die gespeicherten Daten lassen erkennen, wer wann und an welchem Ort mit wem gesprochen hat. Wenn das Handy angeschaltet ist, lässt sich auch so die räumliche Bewegung des Besitzers erkennen. Durchschnittlich werden von jedem britischen Internetbenutzer 50 Websites besucht und 32 Emails versendet – mit der entsprechenden Datenspur. Letztes Jahr haben Behörden 520.000 Anfragen an die Internetprovider nach Daten von Benutzern gestellt, 2006 waren es noch 350.000. Allein bei Google werden durchschnittlich 68 Suchen pro Tag gemacht, die Ergebnisse werden vom Konzern eineinhalb Jahre lang gespeichert.

Ähnliche Datenmengen ergeben sich bei Kundenkarten, Banken und Kreditkartenfirmen. Dazu kommt die zahlreichen Kameras, die eine automatische Nummernschilderkennung ermöglichen. Die Information wird gleich zwei Jahre gespeichert. Auch die Karten für die öffentlichen Verkehrssysteme erzeugen Mengen von Daten, die Aufschluss über das Bewegungsprofil von Personen bieten.

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