Das große bayerische Aufbegehren

Scharnagl fordert Separation des Freistaats

Der CSU-Politiker und langjährige Strauß-Vertraute Wilfried Scharnagl plädiert für eine Abspaltung des Freistaats Bayern vom Bundesgebiet. Den FOCUS ließ Scharnagl wissen, es sei Zeit für das große bayerische Aufbegehren. Die Bayern müssten das Recht der demokratischen Entscheidung über ihr Land behalten und dort, wo es verloren gegangen sei, wiedergewinnen. Die Verantwortung für den Freistaat dürfe sich nicht in widerspruchslosen Entscheidungen in den entfernten Ebenen deutscher und in den noch weiter entfernten Ebenen europäischer Politik verlieren.

Die Folgen einer bajuwarischen Separation wären vielfältig. Kulturell bedeutendste Konsequenz wäre vermutlich das Ausscheiden des FC Bayern München aus der Bundesliga. Große ausländische Firmen, die ihre Deutschland-Repräsentanz in München angesiedelt haben, sowie bundesweit dort ansässige Organisationen wie der ADAC dürften sich künftig Richtung Berlin orientieren. Das Deutsche Museum sowie das Deutsche Theater werden langfristig wohl bajuwarisiert werden. Verteidigungspolitisch steht der Aufbau einer Bayernwehr zu erwarten, vermutlich mit Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht für Y-Chromosomen-Humanoide mit bayrischer Staatsbürgerschaft. Die weiß-blaue Gerichtsbarkeit wird künftig dann instanziell am Bayrischen Obersten und geographisch am Weißwurstäquator enden, was insbesondere die Reichweite des fliegenden Gerichtsstands im Internet erschweren könnte. Aufgrund der Unwägbarkeiten des Euros wird allgemein eine Rückkehr zum Taler erwartet.

Für eine Befreiung des Freistaats trat traditionell die Bayernpartei ein, die für ihren Standpunkt u.a. auf der Kampagnen-Website bayern-loswerden.de wirbt. Mit etwas Glück lassen sich die bayrischen Pläne so kurzfristig durchsetzen, dass dem Freistaat der für 2013 angesetzte Bundestagswahlkampf erspart wird.

Anzeige