Das zaghafte Ende der Glühlampe in der EU eingeleitet

Die EU setzt ab 2012 auf eine Technologie, die dann schon wieder veraltet sein dürfte.

Gestern haben die Energieminister der Europäischen Union den Fahrplan der Kommission genehmigt, um sukzessive der traditionellen Glühlampe den Garaus zu machen. Am kommenden 1. September 2009 soll zunächst die 100-Watt-Lampe aus den Regalen der Supermärkte verschwinden. Ein Jahr später ist dann auch die 75-Watt-Birne dran und bis 2012 sollen nach und nach auch die letzten konventionellen Birnen verschwinden.

Die EU will so dem Vorbild von Australien und Kalifornien folgen. Die 500 Millionen Europäer sollen damit etwa 4,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Bis 2020 soll sich der Strombedarf der 27 Länder um jährlich 39 Milliarden Kilowattstunden verringern. Ein durchschnittlicher Haushalt könne damit im Jahr sogar 50 Euro sparen, rechnet die EU-Kommission vor, wobei der höhere Kaufpreis schon eingerechnet sei.

Erstaunlich ist an dem Beschluss, wie lange es gedauert hat und noch dauern wird, bis eine Technik, bei der nur etwa 5 % der eingesetzten Energie in Licht umgewandelt werden, vom Markt verschwinden soll. Angesichts des Klimawandels und hoher Energiepreise wäre ein ambitionierteres Handeln nötig. Ohnehin ist Brüssel mit der Entscheidung nicht nur zögerlich, sondern setzt ab 2012 auf eine Technologie, die dann schon wieder veraltet sein dürfte. LED-Lampen sind besser, umweltfreundlicher, belasten die Umwelt nicht mit Quecksilber, weil die Energiesparlampen meist im Hausmüll landen, weil es für die Entsorgung noch immer kein schlüssiges Rücknahmekonzept gibt und sie erzeugen auch nicht den gefürchteten Elektrosmog. Sie werden in Fahrradlampen, in Ampeln oder auch in bei Autoscheinwerfern bereits erfolgreich eingesetzt. Ein wirklich wegweisendes Zeichen hätte also eher darin gelegen, die Glühlampe schnell zu verbannen und die wirklich neue und energiesparende LED-Technik zu fördern.

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