Deadline 2020

Der Ausstoß von Treibhausgasen muss seinen Höhepunkt spätestens 2020 erreicht haben, wenn der Klimawandel im halbwegs verträglichen Rahmen gehalten werden soll

Noch kann die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden, aber viel Zeit ist nicht mehr. Das hat eine neue Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams ergeben, die dieser Tage veröffentlicht wurde.

Dafür müssen allerdings die Treibhausgasemissionen spätestens 2020 ihren Höhepunkt erreichen und dürfen schon in den folgenden Jahren nicht höher als bei 44 Milliarden Tonnen Kohlendioxid bzw. Kohlendioxidäquivalente liegen (die anderen Treibhausgase wie etwa Methan oder Lachgas werden in Kohlendioxidäquivalente umgerechnet, ein Kilogramm Methan entspricht zum Beispiel rund 23 Kilogramm Kohlendioxidäquivalenten). Außerdem müssen die Emissionen danach weiter abnehmen, bis sie 2050 nur noch etwa 20 Milliarden Tonnen betragen

2010 wurden rund 48 Milliarden Tonnen Treibhausgase (in Kohlendioxidäquivalenten gemessen) ausgestoßen. Wenn die derzeitige Entwicklung ungebremst weiter geht, könnten die Emissionen 2020 bereits 56 Milliarden Tonnen betragen. Notwendig sei vor allem das Ersetzen von Kohlekraftwerken durch saubere Energieträger.

Wenn von globaler Temperatur die Rede ist, dann ist immer ein über das ganze Jahr und den ganzen Planeten gemittelter Wert gemeint. Nach den Daten des Goddard Institute for Space Studies (GISS) der US-Raumfahrtbehörde NASA liegt dieser derzeit rund 0,8 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Auch die Analyse der ebenfalls US-amerikanischen NOAA kommt zu einem ganz ähnlichen Ergebnis.

Allerdings sind nicht alle überzeugt, dass zwei Grad Celsius wirklich eine sichere Marke ist. Einige Staaten wie etwa Bolivien fordern, dass sich die globale Gemeinschaft auf ein 1,5-Grad-Ziel einigen soll. Sie können sich auf Wissenschaftler wie Jim Hansen vom GISS berufen, der auf paläoklimatische Belege verweist. Demnach war die Erde zuletzt vor knapp zwei Millionen Jahren um zwei Grad wärmer als im 19. Jahrhundert. Das war aber, bevor die Vereisung auf Grönland eingesetzt hatte und auch auf dem antarktischen Kontinent die Eisschilde kleiner waren. Hansen und seine Ko-Autoren haben daraus schon vor drei Jahren geschlossen, dass schon zwei Grad Celsius ausreichen könnten, den Meeresspiegel langfristig um mehrere Meter steigen zu lassen.

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