Demonstranten erschossen

In Zentralchina geht die Polizei mit Schusswaffen gegen tibetische Proteste vor

In der inner-chinesischen Provinz Sichuan ist es in den vergangenen tagen wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Angehörigen der dort lebenden tibetischen Minderheit und der Polizei gekommen. Die Provinz grenzt östlich an die autonome Region Tibet an. Nach einem Bericht der in Hongkong erscheinenden Tageszeitung South China Morning Post sollen dabei zwei Demonstranten durch Schüsse getötet und weitere verletzt worden sein.

Die Informationen gehen auf Exiltibetische Quellen zurück. Die Behörden vor Ort würden die Toten weder bestätigen noch dementieren. In der Provinz ist es in den letzten Monaten wiederholt zu Selbstverbrennungen tibetischer Nonnen und Mönche gekommen, Die Zeitung spricht von insgesamt 16 Fällen, bei denen es zumeist um Freiheit für Tibet und die Rückkehr des 1959 verbannten Dalai Lamas gegangen sei.

Von den fünf bis sechs Millionen Tibetern, die in China laut dem letzten Zensus leben, sind nach Angaben auf Wikipedia, die wiederum Chinas statistisches Jahrbuch zitieren, rund 1,2 Millionen in Sichuan beheimatet. Dort stellen sie nur 1,5 Prozent der Bevölkerung, allerdings haben sie zwei autonome Bezirke, von denen sie sich einen mit einer anderen Minderheit, den Qiang, teilen.

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