Der knuddelige Roboter

In einer Roboterausstellung des Londoner Science Museum wird deutlich, wie sich das Gefühl der Unheimlichkeit gegenüber humanoiden Robotern unterlaufen lässt.

Der Star einer Ausstellung mit dem Titel Emotibots im Science Museum in London scheint ein etwas zerrupfter und primitiver Roboter zu sein, der ziemlich einfach auf anwesende Menschen reagiert und dessen "Herz" deutlich sichtbar schlägt. Realistisch ist also gar nicht gefragt, eher schon müssen die künstlichen Verwandten anrühren, um ins Herz geschlossen zu werden. Je weniger selbständig und böse sie sein können, desto besser, schließlich will man ja nicht wirklich Menschen.

Der Roboter heißt denn auch Heart Robot. Nicht nur schlägt sein "Herz", auch sein Bauch hebt und senkt sich, als würde er atmen. Und dann reagiert er auch noch darauf, wie er angegangen wird. Wenn man ihn umarmt, wird er schlaff, sein Herzschlag geht zurück und seine Augenlider senken sich. Alles ganz hingebungsvoll. Wenn man ihn schlägt oder anschreit, wird er aufgeregt, das Herz schlägt wild, die Atmung geht schnell, die Hände verkrampfen sich.

Die Wirkung komme daher, so die Ausstellungskuratorin Holly Cave, dass Heart Robot wie eine Mischung aus ET und Gollum aussehe und – auch in der Größe - ein Zwischending zwischen Roboter und Puppe sei. Dass die Roboterpuppe nicht nur Emotionen simuliert, sondern auch eine Persönlichkeit hat, dürfte wohl kaum jemand annehmen. Gefallen wird der Roboter vor allem deshalb, weil er nicht wirklich humanoid ist, nach dem Kindchen-Schema gebildet ist und für den Menschen, was Größe, Aussehen und Verhalten angeht, keine Gefahr darstellt.

So wird die Unheimlichkeit unterlaufen, die realistischen humanoiden Robotern eigen ist, weil sie suggerieren, dass es andere Formen des Lebens gibt, die den Menschen ersetzen oder zumindest mit ihm konkurrieren können. Man bringt Roboter den Menschen näher, indem man ihre Möglichkeiten entschärft und billigen Klamauk inszeniert. Dazu sollten sich eigentlich weder Universiäten noch Wissenschaftsmuseen hergeben, sofern sie an Aufklätung interessiert sind.