Deutsche Stromkonzerne kassieren vor allem bei den Privatkunden ab

Auch dieses Jahr streichen die vier großen Konzerne dank Preiserhöhungen satte Gewinne ein.

Seit 2002 haben sich die Gewinne der vier großen Stromkonzerne in Deutschland vervielfacht. Nach einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die im Auftraga der Bundesfraktion der Grünen durchgeführt wurde, haben Eon, RWE, EnBW und Vattenfall ihre Milliardengewinne vor allem aus den Privathaushalten geholt, für die sich der Strompreis seit 2000 verdoppelt habe.

Auch für 2008 dürften die Konzerne wieder einen satten Gewinn einfahren, berichten die Berliner Zeitung und Der Westen aus der Studie. In den ersten Monaten stieg der Gewinn erneut um 11 Prozent, Verluste aus der Finanzkrise eingerechnet. Seit 2002 haben sich die Gewinne von Eon, RWE, EnBW und Vattenfall verdreifacht, was einen Gesamtgewinn von 100 Milliarden Euro ergebe.

Möglicherweise hat sich zumindest Eon verspekuliert und hohe Verluste durch die Finanzkrise eingefahren. Die betrieblichen Aufwendungen seien im letzten Vierteljahr um 77 Prozent gestiegen, was einem Verlust von 5 Milliarden entspreche. Da Eon – wie die anderen Konzerne – auch 2009 Strompreiserhöhungen plant, mahnt Bärbel Höhn, die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen: "Das verlorene Geld darf der Konzern nicht über ungerechtfertigte Erhöhungen der Strompreise hereinholen." Sie kritisierte zudem, dass die großen Gewinne nur deswegen möglich seien, weil es auf dem Strommarkt keinen echten Wettbewerb gebe.