Deutschland knausert mit 140 Zeichen

Neben der Spur

Twitter hat in Deutschland immer noch einen schweren Stand

Nun ist es ja kein Geheimnis, dass die Kanzerlin ihre Regierung mittels SMS steuert. Vermutlich stehen da im Moment Sachen auf dem Display wie Schröder, Deckung oder Finger weg von Brüderle. Aber es scheint zu funktionieren. Und damit hat sie mehr als die Nase im Wind. Die Deutschen haben SMS erfunden und nutzen es auch mehr als ausgiebig.

Das sieht allerdings schon wieder ganz anders bei Twitter aus. Hier ist das Land der Tipper und SMSer Schlusslicht. Ausgerechnet Grossbritannien, das nicht gerade als Nation von Einsilbigen bekannt sein dürfte, kann so viele Twitter-Accounts aufweisen, dass 39 Prozent der surfenden Bevölkerung rein rechnerisch einen ihr eigen nennen.

Natürlich ist das eine Milchmädchenrechnung. Wahrscheinlich hat die Queen heimlich Millionen von Accounts anlegen lassen und treibt damit des Nachts ihren Unfug. Kein Wunder, es ist ja nicht viel los in Windsor, sobald es auf der einzigen Hauptstrasse dort dunkel wird.

Oder aber Deutschland ist mit 7.1 Prozent der Accounts für die online gegangene Bevölkerung einfach auf das Nötigste beschränkt. Momentan reicht es, wenn nur die Menschen einen Account besitzen, die mit #Aufschrei aufmischen. Vielleicht reichen die 140 Zeichen, die Twitter bietet, einem hierzulande einfach nicht. Man schreibt sich die Dinge lieber in den Kommentarspalten einzelner Bouldveardsites von der Seele. Wäre ja denkbar. Insofern hat #Aufschrei eher eine Piepsstimme und braucht den ein oder anderen Brüller von flankierenden Medien, um wirklich laut gehört zu werden.

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