Die Autofahrer sind die Rowdies

Nach einer Studie in Wien gefährden die Autofahrer die Fußgänger sehr viel stärker als die Fahrradfahrer

Es herrscht Krieg auf den Straßen. Seitdem mehr und mehr Menschen regelmäßig mit dem Fahrrad fahren, werden die Räume umstritten. Bislang beherrschten die Autofahrer die Straßen, während die Fußgänger die Gehwege relativ ungestört für sich beanspruchten. Aber nachdem politisch das Fahrradfahren gegenüber dem Autoverkehr unterstützt wird, geraten die Machtverhältnisse durcheinander.

Oft ist es so, dass die Politik Angst hat, die Autofahrer in ihrer Bewegungs- und Geschwindigkeitsfreiheit noch weiter zu beschränken. Die Radfahrer werden daher meist auf den Bürgersteig abgeschoben und geraten, weil die Fahrspuren gerne zu eng sind, in Konflikt mit den Fußgängern. Auch wenn die Autofahrer weiterhin die öffentlichen Räume der Straßen für sich vereinnahmen und Fahrradfahrer als Störungen empfinden, werden sie sich daran gewöhnen müssen, zumal sie oft genug, zumindest als Stadtbewohner, auch Fußgänger und Fahrradfahrer sind, den öffentlichen Rau mit anderen Fortbewegungsarten teilen zu müssen. Die eingeübte Dominanz des Autoverkehrs und die davon isolierte Führung der Fußgänger funktioniert mit der dritten Komponente der Fahrradfahrer nicht mehr.

Weil die gewohnten Sphären durcheinander geraten, wird gerne das Bild Fahrrad-Rowdys bemüht, der Autofahrer und Fußgänger in ihren wohl unterschiedenen Bereichen stört oder gefährdet. Für Wien wurde nun ein Bericht veröffentlicht, der zeigt, dass die Fußgänger sehr viel mehr die Autofahrer als die Fahrradfahrer fürchten müssen. Bei 75 Prozent der Fußgängerunfälle in den letzten zehn Jahren waren Pkws beteiligt, bei sieben Prozent Straßenbahnen und bei nur fünf Prozent Radfahrer. Das ist ziemlich eindeutig, auch wenn durch die Zunahme der Fahrradfahrer natürlich auch die Zahl der Unfälle zunehmen wird. Wer sind also die Rowdies? Die Autofahrer, zu denen aber die Fußgänger und Fahrradfahrer auch gehören.

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