Die Nachtspeicherheizung darf bleiben

Das Verbot wurde aufgehoben, die Grundlastheizungen dürfen jetzt unbefristet weiterlaufen und sich Ökoheizung nennen

Eigentlich sollten die Nachtspeicherheizungen aus den Häusern verschwinden. Zu offensichtlich ist die Vergeudung von gut zwei Drittel der Primärenergie bei der Stromerzeugung in den thermischen Großkraftwerken, um dann eben diesen Strom wieder zum Heizen zu nehmen. Noch unter der großen Koalition war deshalb beschlossen worden, dass alle vor 1990 installierten Nachtspeicherheizungen nur noch bis Ende 2019 in Betrieb sein und alle nach 1990 angeschlossenen Geräte maximal 30 Jahre laufen sollten.

Doch Schwarzgelb hat - mit Enthaltung der SPD - am Freitag im Bauausschuss des Bundestages die Änderungen im Energieeinsparungsgesetz durchgesetzt und damit die Weiternutzung und Wiedereinführung der Grundlastheizungen auf unbefristete Zeit möglich gemacht. Immerhin sollen noch immer 1,5 Millionen Nachtspeicherheizungen installiert sein. Ihre Wiedereinsetzung passt ins Bild, weil die Koalition den Zubau von Wind- und Solarkraftwerken ausbremsen will, um den Anteil der thermischen Großkraftwerke weiter hoch zu halten.

Gleichzeitig mutiert die Nachspeicherheizung nun auch noch zur Ökoheizung. In einem ersten Schritt wurde der Primärenergiefaktor für Strom (Verhältnis gewonnene Nutzenergie zu eingesetzter Primärenergie) in der neuen Energieeinsparverordnung, die ab Januar 2014 gelten soll, von bisher 2,6 auf 2,0 und ab Anfang 2016 auf 1,8 abgesenkt. Obwohl die bestehenden atomaren und fossilen Großkraftwerke ihren Wirkungsgrad gar nicht verbessert haben. Als Begründung dient deshalb der steigende Anteil von Ökostrom im Netz.

Und RWE preist die neuen Nachspeicherheizungen schon als flexible Windheizung und Pufferspeicher für Ökostrom an. Sie sollen Erzeugungsspitzen bei Windstrom als Wärme speichern. Dass dies nicht den Tatsachen entspricht, zeigen die bereits eingeführten Abschaltvorrichtungen an Wind- und Solarkraftwerken und vor allem die tatsächlichen Verhältnisse im Strommix von RWE selbst: Rund 60 Prozent des konzerneigenen Stroms stammen aus Nuklear- und Kohlekraftwerken, aber nur rund 7,5 Prozent aus EE-Kraftewerken. Die "Windheizung" bleibt also auch in Zukunft vor allem eins: eine Nachtspeicherheizung.

Bild: RWE Strommix

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