Die Rettung naht

Ratingagentur stuft RWE in die Nähe von Schrottpapieren - aber nun gibt es das neue CDU/CSU-Wahlprogramm: Es setzt auf die "Kohle-Brückentechnologie" und Photovoltaik nur noch in "südlichen Ländern"

Die Ratingagentur Moody´s hat die Kreditwürdigkeit des Energiekonzerns RWE neu eingestuft. Das Rating wurde am Wochenende weiter von A3 auf Baa1 gesenkt. Es rutscht damit aus dem "Upper Medium Grade" in den "Lower Medium Grade". Im Bereich "Non Investmentgrade speculative" trennen RWE damit nur noch zwei Unterabstufungen von den sogenannten Junk Bonds, also Schrottpapieren.

Dieser Abwärtstrend für RWE zieht sich schon seit dem Jahr 2000 hin, damals hatte der Konzern mit Aa3 noch eine der höchsten Bewertungen. Im März 2002 gings dann runter auf A1, im November 2009 auf A2 und 2011 auf A3. Wenn das Rating nicht noch andere Interessen des Kapitalmarkts verfolgt, sieht es so aus, als hätte RWE mit dem Wandel der Energieversorgung seit Einführung des EEG im Jahr 2000 arge Probleme.

Aber das Rettungspaket für den Kohlekonzern und seine Netztochter Amprion scheint bereits geschnürt. Denn die CDU/CSU hat am Sonntag ihr Regierungsprogramm für die Zeit nach der Bundestagswahl im September beschlossen. Mit den kontinuierlich hohen Umfragewerten im Rücken wurden die Projekte eindeutig formuliert: man setzt auf "neue und effiziente" Kohle- und Gaskraftwerke und eben auf den Netzausbau.

Ansonsten wird davon ausgegangen, dass Erneuerbare erst in "einigen Jahrzehnten unsere Energieversorgung sichern" könnten. Rückwirkende Kürzungen der Vergütung oder die Drohung damit soll es zwar nicht mehr geben, das EEG soll aber so umgebaut werden, dass Ökostrom sich "ohne staatliche Hilfen" am Markt behauptet. Das kann im Moment noch alles oder nichts bedeuten.

Konkret wurde man dagegen bei der Photovoltaik. Über sie heißt es nur "in südlichen Ländern mit vielen Sonnenstunden ist der Ausbau der Photovoltaik eine erfolgversprechende Möglichkeit" - und bei uns nicht? Die Demontage der Branche soll also weiter gehen. Andererseits aber mehr Kohlekraftwerke und mehr Übertragungsnetze für den Export von Strom, das klingt doch gut - für RWE.

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