Die Sache mit den Daten

So sehen die Daten aus, wenn sie denn heruntergeladen werden.

Apple bietet auf Antrag den Download der eigenen Daten an. Was man bekommt? Daten

Oha, ich kann meine Daten anfordern. Bei Apple. Anfordern, das klingt gut, mache ich, dachte ich mir. Also ging ich vor eineinhalb Wochen auf diese Seite und forderte meine Daten an. Seit die DSVGO in den heimischen Landen wütet und Unternehmen überall nervös versuchen zu zeigen, dass sie sich wirklich, aber WIRKLICH an die Vorschriften halten, kann man neben gefühlten drei Milliarden an Emails samt Bestätigungslink eben auch die ganz Großen wie Apple in seiner Inbox finden. Besonders transparent will man sein.

Also kann ich meine Daten anfordern. Gesagt, gemacht, getan, abgewartet.

Ganze sieben Tage nimmt sich Apple für ein Mail heraus, das die Daten zum Download bereitstellt. Meine Daten wohlgemerkt, nicht das Internet als solches, sondern einfach eine Zeile einer Zelle über Interaktionen zwischen mir als Kunde und Apple als Anbieter. Zuerst dachte ich ja schon, dass ich vielleicht einen richtigen Brief in meinem Briefkasten vorfinden würde. So wie damals, Anschreiben auf geschöpfter Bütte und diverse Stapel an Papier darunter. Immerhin musste es ich ja um eine Menge an Daten handeln, ich bin ja seit mehr als zwanzig Jahren auch Apple Kunde.

Denkste, vergangenen Donnerstag, am Morgen, fand ich einen Link in einem eher lieblosen Mail, aber das Lieblose ist man von Apple durchaus gewöhnt. Das gehört ein wenig zur Corporate Identity, das nehme ich nicht persönlich. Der Klick auf den angebotenen Link offenbarte dann diese einfache Übersicht:

15 weitere Downloadlinks mit einem Gesamtvolumen von knapp 7 Gigabytes an Daten. Aha. OK, also habe ich diese 15 Links auch geklickt, jezt wo ich schon einmal da war. Immerhin luden sich dann 15 ZIP Files herunter, deren Ordner dann wiederum bis zu 10 Unterordner mit bis zu 5 CSV Files beinhalten (oder meine Bilder aus der Cloud). Ich beschloss, innerlich zu kündigen und die nächsten drei Jahre diese hochgerechnet 300-400 CSV Files in ein Masterfile zu übertragen und dann mal ordentlich durchzulesen. Kann ja nicht so lange dauern. Und der Umgang mit CSVs ist ja selbst meiner Oma ein Begriff, das konnte sie schon zu Zeiten Adenauers.

Gut, Apple sagt mir mit dieser Aktion jetzt ein paar Dinge.

1. "Wir sind gut im Speichern". Danke Apple, habe ich begriffen. Ob das wirklich eine gute Sache ist, darüber sollten wir vielleicht noch einmal reden.

2. "Du machst so viele Daten, jetzt schau selbst, wie Du daraus schlau wirst." Klar, man kann von Apple nicht verlangen, ein konsolidiertes File herunterzuladen, und schon gar nicht, die CSVs irgendwie für einen lesbar zu formatieren. Es kann ja sein, dass man als Kunde kein Numbers mehr auf der Maschine installiert hat. .. wenn Numbers überhaupt mit so vielen Daten umgehen kann. Excel kann es kaum mehr.

3. "Lass das bitte in Zukunft." Wenn wir Dich jetzt schon einmal mit allen Deinen Daten erschlagen haben, dann mach das bitte nicht zu oft, Du siehst doch, dass wir sieben Tage für einen simplen Datendump brauchen, den Du Dir ziehen kannst. Hast Du überhaupt eine Ahnung, wie viele wehrlose Arbeiter in China Deine Daten handverCSVed haben, nur damit Du sie jetzt wegwerfen kannst?

Ich habe die Nachricht verstanden. Komplexität hat immer schon ein klares Zeichen gesetzt. Danke Apple.