Die Sache mit der Hundeklappe

Es war an der Zeit, dass Donald Trump endlich eine KI- Initiative für die USA auf die Gleise hebt. Jetzt kann es nur noch besser werden

Heute ist Valentinstag, und deshalb sollten hier eigentlich nette Zeilen über die Liebe und den US-Präsidenten stehen. Darüber, dass er seine Frau chic zu Kentucky Fried Chicken ausführt, oder dass er mit Nanci Pelosi in einem der lauschigen Cafés in Washington bei einem Glas Wein zu finden wäre. Aber nein, das steht hier nicht. Es geht vielmehr um eine Initiative, die er zur Stärkung von KI-Entwicklung und Gedöhns in den Vereinigten Staaten auf die Wege gebracht hat. Dummerweise ist die niedlich kleine Unterschrift darunter schon vor ein paar Tagen gesetzt worden, aber trotzdem:

Danke für die Steilvorlage, Donald.

Am 11. Februar unterschrieb er eine Executive Order für die American AI Initiative, und natürlich hat die US-Industrie nun fast so eine künstliche Intelligenz, wie man sie sonst nur bei ihrem Präsidenten findet, die beste der Welt halt. Mit einer Menge an Gedanken, und so. Also eigentlich nicht mehr schlagbar, schon weil DT jetzt AI mag.

Dabei ist die heimische Industrie doch schon ganz schön weit. Innerhalb von 1,2 Sekunden kann eines der Systeme inzwischen sogar erkennen, ob jemand wütend ist. Gut, da könnte man jetzt sagen, dass es eigentlich auch nicht länger dauert, bis der oberste Intelligenzheini dort sich in irgendeine mauerbezogene Wut hineinsteigert. Also könnte man im Falle einer Analyse von Trump und seinen Anhängern nach 1,2 Sekunden praktisch automatisch die Wutfahne hinaushängen.Wohl eher ein bisschen banal und noch nicht überzeugend.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden, auch wenn gerade das Debattiersystem von IBM wieder nur Zweiter geworden ist. Da kann man noch so gut den Computer Go spielen und tiefe Gedanken haben lassen, gegen einen gewieften Diskutanten kommt das Ding – noch – nicht an. Und vermutlich würde es der US-Präsident nicht sehr lustig finden, wenn seine Executive Order ausgerechnet eine Blechbüchse ermöglicht, die ihn dann bei dem nächsten präsidentialen TV-Duell schlagen würde. Und das laut eigenen Angaben innerhalb von 1,2 Sekunden.

Was einen natürlich zu der Frage verleitet, was denn eigentlich die Chinesen derzeit so alles mit KI treiben. Aber da können wir vermutlich ein wenig aufatmen. Internet-, Shopping- und Technokonzern Baidu ist gerade furchtbar stolz darauf, eine Tierklappe auf den Markt zu bringen, die Hund und Katze voneinander unterscheiden kann. Sagen wir mal, das hilft im Handelsstreit mit den USA derzeit jetzt auch nicht wirklich weiter, aber wir können das als Ansatz mit Herz stehenlassen. Klingt auf jeden Fall selbst im Jahr des Schweins niedlich.

Apropos, und um den selbsternannten ökonomischen Weltmeister noch einmal ins Spiel zu bringen: Sowas begreift man im Weißen Haus auch leichter und setzt entspannt eine Unterschrift unter eine Executive Order, auch wenn die Umstehenden vermutlich den Präsidenten irgendwann halblaut murmeln gehört haben könnten: "...mhm, aber Melania hat doch gar keinen Hund ..." .

Anzeige