Die meisten Deutschen fahren auch noch nach Alkoholkonsum mit dem Fahrrad

Nach einer Umfrage würden dies aber 45 Prozent nicht machen, was eigentlich nicht recht glaubwürdig klingt

Im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hat Ipsos 2000 Deutsche über 16 Jahre zum Thema Alkohol und Fahrradfahren befragt. Der DVR bemerkt, Alkohol sei häufig Ursache für Unfälle von Fahrradfahrern ist, weswegen empfohlen werde, auf Alkohol beim Radeln ganz zu verzichten.

Die Promillehöchstgrenze liegt für Fahrradfahrer bei 1,6 Promille. Ab dieser Schwelle gilt der Radler als fahruntauglich. Ist ein Radler an einem Unfall beteiligt, kann er auch mit weniger Alkohol im Blut belangt werden. Diskutiert wird, die absolute Fahrunfähigkeit für Fahrradfahrer auf 1,1 Promille zu senken, was dann in Bezug auf Alkohol Fahrrad- und Autofahrer gleichstellen würde. 2011 wurde 3.300 Mal ein Radfahrverbot verordnet. Fußgänger und Personen, die ihr Fahrrad schieben, müssen aber auch damit rechnen, ab 1,6 Promille eine MPU über sich ergehen zu lassen. Drohen kann der Führerscheinentzug, aber eben auch ein Verbot des Fahrradfahrens. Schon ohne Senkung der Höchstgrenze ist Zahl der unter Alkoholeinfluss verunglückten Radfahrer seit 2005 am Sinken.

Bei der Umfrage für den DVR sagten 45 Prozent der Befragten (57 Prozent der Frauen und 33 Prozent der Männer), sie würden kein Bier trinken, wenn sie Fahrrad fahren. Gefragt war: "Nach wie vielen Gläsern Bier (0,3 l) würden Sie noch mit dem Rad nach Hause fahren?" Ob es so viele gibt, die überhaupt keinen Alkohol trinken, ist fraglich. Die Antwort scheint wenig glaubhaft. Vielleicht sagten auch viele Nein, weil sie kein Bier, sondern etwas anderes, beispielsweise Wein trinken.

28 Prozent würden schon ein bis zwei Gläser trinken, was in Bayern auf eine Halbe hinausliefe, nach der wohl die meisten auch noch ins Auto steigen würden. 20 Prozent würden auch nach drei pder mehr Gläsern noch aus Rad steigen (12 Prozent der Frauen, 29 Prozent der Männer). 6 Prozent denken nicht darüber nach, ihnen ist das also egal. Dass es auch für Fahrradfahrer eine Promillegrenze gibt, wussten oder ahnten 63 Prozent, dass die Fahruntüchtigkeit bei 1,6 Promille liegt, wussten aber nur 12 Prozent.