Diktator des Jahres ist Ajatollah Ali Khamenei

Vor der fragwürdigen Verleihung des Friedensnobelpreises an Obama kürte die Universität Oslo den schlimmsten Diktator.

Heute wird US-Präsident Barrack Obama den Friedensnobelpreis in Oslo entgegen nehmen und in seiner Rede wohl irgendwie erklären müssen, warum er den Preis verdient, der auch für ihn und das Weiße Haus überraschend kam. Obama hat ihn als Vorschuss für künftige Handlungen erhalten, also für Ankündigungen, und als eine Art Dank für die USA, einen Politikwechsel ermöglicht zu haben.

Zwar ist mit Obama tatsächlich ein Wandel in der internationalen Politik eingezogen, wenn auch bislang eher mit der Hoffnung auf friedlichere Verständigung. Eingelöst wurde bislang wenig. Im Nahen Osten hat die Obama-Regierung ebenso wenig erreicht wie im Irak, mit Nordkorea oder Iran. In Honduras stützt das Weiße Haus die Putschisten. In Afghanistan hat der Präsident kurz vor der Entgegennahme des Preises gerade die Erhöhung der Truppen um 30.000 Soldaten beschlossen.

Letzteres dürfte dafür sorgen, dass Obama in Oslo nicht nur auf Gratulanten, sondern auch auf Protestierende treffen wird. Selbst in den USA verstehen viele nicht, warum man ausgerechnet Obama den Friedensnobelpreis verleihen will – und Obama hätte sich für die Ehre schließlich auch bedanken, aber die Annahme ablehnen können, weil er ihn sich erst verdienen muss. Die Verleihung dürfte für Obama ebenso wie das Nobelpreis-Komitee ein eigenartiges Schauspiel werden.

Die Universität Oslo setzt der fragwürdigen Zeremonie nun eine andere, durchaus ironische Preisverleihung erstmals entgegen, zu der allerdings der so Geehrte nicht anreisen wird. Gestern wurde nämlich von der Universität der Preis "Diktator des Jahres" verliehen, was ab nun jährlich geschehen soll. Er geht an den schlimmsten Diktator und soll daran erinnern, dass Millionen von Menschen Opfer von Genozid, Folter und anderen Menschenrechtsverletzungen sind.

Ajatollah Khameneis Stellvertreter erhielt den "Preis"

Die Jury bestand aus Studenten, um die 5000 haben sich an der Wahl beteiligt und den Sieger aus der illustren Schar von 11 Nominierten gewählt. Kim Jong-Il wäre natürlich ein guter Kandidat gewesen, auch Robert Mugabe, General Than Schwe aus Myanmar, der sudanesische Präsident Al-Bashir oder Eritreas Präsident Isaias standen zur Auswahl. Neben Fidel oder Raul Castro hätte man auch Silvio Berlusconi küren können, was sicherlich originell gewesen wäre. Sieger wurde Irans oberster geistlicher und politischer Führer Ajatollah Ali Khamenei. Er gilt als Inbegriff eines Menschen, der "während des Jahres das Meiste dafür getan hat, Feindseligkeit unter den Menschen und zwischen den Staaten zu schüren, das Ausmaß menschlichen Leidens signifikant zu erhöhen, menschliches Leben zu zerstören und Krieg und Unglück zu schaffen".

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