Doch kein "Komasaufen"?

Die CDU-Jugend interpretiert ihre Gutscheine anders als die WAZ

In der Herbert-Grönemeyer-Stadt Bochum gibt es einen CDU-Jugendverband, die Junge Union. Derzeit versucht sie, der CDU beim Wahlkampf zu helfen – unter anderem mit einer unter das nicht ganz brandaktuell wirkende Motto "Rot-Grün muss weg" gestellten Party in der Diskothek Playa. Allerdings könnte diese Wahlkampfaktion bereits nach hinten losgegangen sein, bevor sie überhaupt stattfand.

Der Tageszeitung WAZ zufolge wollte die Junge Union ihren Gästen nämlich ein ganz besonderes Angebot machen: Gutscheine, die einen Anreiz zum Schnellsaufen bieten. Wer es in eineinhalb Stunden schafft, für 25 Euro zu trinken, der sollte dafür nur 10 bezahlen. Und wer es zwischen 22 Uhr und 23 Uhr 30 auf eine Getränkerechung von 40 Euro bringen konnte, der sollte mit 15 Euro davonkommen.

Nachdem die Einladung zum "Komasaufen" vor allem in konservativen Kreisen auf Ablehnung stieß, versuchte die Junge Union den Schaden zu begrenzen: Man erklärte, dass die WAZ und die Kritiker die auf den Gutscheinen angebrachten Vermerke "ab 22 Uhr" und "gültig bis 23.30 Uhr" falsch interpretierten – tatsächlich habe man damit nur gemeint, dass die Gutscheine bis 23 Uhr 30 erworben werden müssten. Zudem würde man 16jährige zwar einlassen, aber keinen Alkohol an sie ausschenken und "appelliere" an die Gäste, "den Gutschein besonders für alkoholfreie Softdrinks einzusetzen".