Drohnen verstärken die Informationsflut

In Afghanistan oder im Irak werden immer mehr Drohnen zur Aufklärung eingesetzt.

Das Pentagon setzt immer mehr Drohnen in Afghanistan ein, um das Land und die Grenzgebiete von Pakistan zu überwachten. Dadurch werden und mehr Bilder erzeugt, die aber ausgewertet werden müssen. Und das scheint nun problematisch zu werden, weil die Kapazitäten für dieses "Data-Mining" nicht vorhanden sind.

Möglicherweise ist, wie die New York Times berichtet, eine Entwicklung, die das Pentagon in Afghanistan in Probleme führt, die aber auch auf eine Dialektik hinweist. Je mehr Informationen gesammelt und gespeichert werden können, was immer leichter möglich ist, desto weniger ist man imstande, diese Datenflut auszuwerten.

Allein die US-Luftwaffe hat 2009 im Irak und in Afghanistan die dreifache Menge an Videobildern von Drohnen eingesammelt als noch 2007. Die Videos werden in Echtzeit im Stützpunkt Langley Air Force Base und anderen Geheimdienstzentren angeschaut, um schnell Hinweise auf mögliche Gefahren geben zu können. Aber Drohnen wie der Reaper führen immer mehr Kameras mit sich, so dass die Gefahr besteht, dass das Militär zwar in Sensoren schwimmt, aber in Daten ertrinkt, wie ein Geheimdienstoffizier warnte. Automatische Auswertungen und Warnungen sind nicht immer verlässlich. Daher bleiben, zumal wenn die Aufnahmen nicht so genau sind und schnell entschieden werden muss, "menschliche Augen und das menschliche Gehirn" zur Interpretation der Bilder entscheidend, wie Colonel Brendan Harris, Leiter einer Geheimdiensteinheit, sagt.

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