Dürre hält weiter an

Ausgetrocknetes Wasserbecken vor Schloß Nymphenburg im Oktober 2018. Bild: Wzwz/CC0

Wetterdienst vermeldet ausbleibende Niederschläge. Besonders betroffen sind Teile Frankens sowie Sachsens und Sachsen-Anhalts

Dürre ohne Ende. Auch der November fiel in Deutschland viel zu trocken aus, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet. Der ausklingende Monat reihe sich "nahtlos in die im April begonnene Serie zu warmer, erheblich zu trockener und ungewöhnlich sonnenscheinreicher Monate ein".

Eigentlich sollte es im November zwischen Alpen und Nordsee, Rhein und Oder im Landesdurchschnitt 66 Liter pro Quadratmeter an Niederschlag geben. So war es jedenfalls im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990, die der DWD wie die meisten Wetterdienste und Klimawissenschaftler als Referenzperiode nimmt.

Tatsächlich gab es aber im diesjährigen November nur 20 Liter pro Quadratmeter. Das war nur knapp ein Drittel des Üblichen. Da dies nun schon seit April so geht und auch noch mit überdurchschnittlichen Temperaturen verbunden ist, was insbesondere im Sommer zur vermehrter Verdunstung führte, sind die Reservoirs inzwischen ziemlich leer.

Das gilt sowohl für Stauseen als auch für den Grundwasserspiegel und die Pegelstände der Flüsse. In Berlin, wo die Spree inzwischen flussaufwärts fließt, hieß es schon vor zwei Wochen die Situation sei angespannt. Und von den Versorgungsproblemen in Süddeutschland aufgrund der die Schifffahrt stark einschränkenden niedrigen Wasserstände in den dortigen Flüssen wurde hier bereits berichtet.

Kein Bundesland ist von der Trockenheit ausgenommen. Selbst in den sonst eher von schlechtem Wetter geplagten nordwestlichen Küstenländern hat es auch im November zu wenig geregnet. In Schleswig-Holstein waren es 25 statt 83 Liter pro Quadratmeter, in Niedersachsen und Bremen 20 statt 66 Liter und selbst im legendär verregneten und wolkenverhangenen Hamburg waren es auch lediglich 20 statt der dort zu erwartenden 67 Liter pro Quadratmeter.

Mit 60 Stunden zeigte sich die dort die Sonne wie andernorts öfter als lokal üblich, aber immerhin wurde die Hansestadt ihrem Ruf noch insofern gerecht, als das sie im November das zweitsonnenscheinärmste Bundesland war. Nur in Schleswig-Holstein zeigte sie sich seltner, aber das ist nicht ungewöhnlich. Schließlich werden in Herbst und Winter die Tage kürzer, um so weiter man man nach Norden kommt.

Besonders stark ist von der Dürre die Altmark betroffen, der zwischen Elbe und Havel liegende Norden Sachsen-Anhalts. Auch ein breiter Streifen nördlich des Erzgebiges in Sachsen sei sehr gebeutelt und einige Teile Frankens in denen im November nicht einmal zehn Liter pro Quadratmeter fielen.

Immerhin lässt aber die Langfristwettervorhersage für Anfang Dezember für weite Teile Deutschlands – insbesondere für den Süden – ergiebige Niederschläge erwarten.

(Alle Angaben des DWD wurden am 29. gemacht und sind daher ausdrücklich vorläufig. Sie beinhalten für die letzten beiden Novembertage Schätzungen aufgrund der zu erwartenden Wetterlage.)

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