Dürresommer: Zunehmende Waldbrandgefahr

Bild: Jody Davis/Pixabay

Hitze und Niederschlagsdefizite machen die Lage in den Wäldern prekär und sorgen hier und da bereits zu Problemen bei der Wasserversorgung

Fast die ganze Republik stöhnt unter der Hitze und da es seit nunmehr rund zwei Jahren vielerorts zu wenig geregnet hat, steigt auch die Waldbrandgefahr. Daran ändern auch die teils extremen Gewitter nicht automatisch sofort etwas, die am heutigen Mittwoch den Westen heimsuchen werden. Blitzeinschläge können in den ausgedörrten Wäldern durchaus zu Bränden führen, wie in den vergangenen Tagen unter anderem im Hochschwarzwald und in der Uckermark geschehen.

Jedenfalls zeigt der Waldbrandgefahrenindex am Mittwoch nur vereinzelte grüne Inseln im Süden und vor allem Südwesten, in denen aktuell keinerlei Waldbrandgefahr besteht. Im großen Rest der Republik ist Vorsicht geboten, in Brandenburg im östlichen Niedersachsen sogar besonders große, denn dort herrscht die höchste Warnstufe. Entsprechend gab es in den vergangenen Tagen kleinere Brände zum Beispiel in der Rhein-Main-Region am Frankfurter Flughafen, in der Nähe des münsterländischen Bocholts, im oberpfälzischen Schlammersdorf, im Niederlausitzer Mahdel oder in Herdorf im Westerwald.

Richtig große Schäden gab es beim sächsischen Beilrode nahe Torgau an der Elbe. 50 Hektar Wald wurden dort vernichtet, berichtet der MDR. Ein Problem waren dort die Torfböden. Peter Stracke vom Landkreisamt Nordsachsen erläutert gegenüber dem Sender, dass sich schwer zu bekämpfende Glutnester bis zu einen Meter tief in den Boden gefressen hätten.

Der MDR erwähnt auch, dass es Schwierigkeiten gegeben habe, genug Löschwasser heranzuführen. Ende letzter Woche hatte der Sender davon gesprochen, dass die "Lage an Spree und Schwarzer Elster immer dramatischer" sei. Die Schwarze Elster fließt einige Kilometer östlich von Beilrode und ist derzeit zum Teil ausgetrocknet. Sie kommt aus den Lausitzer Braunkohlegebieten, durch die etwas weiter östlich auch der Oberlauf der Spree führt.

Wasserknappheit wird inzwischen in diversen Teilen der Republik zum Problem, wie nicht zuletzt am auf Telepolis schon des Öfteren zitierten Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig abzulesen ist. Aus Baden-Württemberg berichtet der SWR, dass dort in den ersten Gemeinden bereits die Wasserentnahme beschränkt wurde.

Seit 2018 werde beobachtet, dass die Böden in Baden-Württemberg immer trockener würden und der Regen häufig nicht mehr ins Grundwasser gelangen könne. Letzteres kann daran liegen, dass lehmiger Boden bei Trockenheit sehr hart wird und dann im Falle von Starkregen wie bei den aktuellen Gewittern das Wasser einfach oberirdisch abfließt.

Im niedersächsischen Lauenau war vergangene Woche die Wasserversorgung regelrecht zusammengebrochen. Brauchwasser gab es nur noch von der Feuerwehr, Trinkwasser musste im Supermarkt gekauft werden, wie unter anderem die Berliner Tageszeitung schreibt. Im Harz sind die Talsperren nur noch zur Hälfte gefüllt.

Auch aus dem südlichen Brandenburg und aus dem benachbarten Sachsen werden zunehmende Probleme mit Wasserständen und -versorgung gemeldet. Noch gibt es dort genügend Trinkwasser, heißt es eine Behördensprecherin zitierend bei der Freien Presse. Die Talsperren seien aufgrund der Winterniederschläge noch gut gefüllt, was allerdings nicht auf alle zuzutreffen scheint.