Durchbruch in der Opelrunde

Beim zweiten Krisentreffen über die Perspektive des Opel-Konzerns ist es zu einer Einigung mit dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna gekommen.

Das Konzept bezieht die staatlich kontrollierte russische Sberbank und den russischen Autobauer Gaz ein. Zusammen mit Opel will das neu gebildete Eigentümerkonsortium auch die Markenrechte von Chevrolet für Russland erwerben - dann stünden dort die Marken Opel, Vauxhall und Chevrolet zur Verfügung.

Das zentrales Problem bei den Verhandlungen, die erst am Samstagmorgen endeten, war ein staatliche Überbrückungskredit für Opel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Um zu verhindern, dass die Gelder womöglich in die USA fließen, wurde ein Treuhänder installiert, bei dem die Opelanteile bis zum Einstieg des Investors geparkt werden.

In den letzten Tagen war es über die Frage, wie viel Gelder für die Opelrettung ausgegeben werden sollen, in der großen Koalition zum Streit gekommen. Während vor allem der christsoziale Wirtschaftsminister Guttenberg auf die Bremse drückte und eine "kontrollierte Insolvenz" in die Diskussion brachte, vertraten die sozialdemokratischen Minister die Auffassung, dass die Opelrettung auch etwas kosten dürfe.

Die Differenzen wurden auch nach Ende der Verhandlungen am Samstagmorgen im Kanzleramt deutlich. Während sich Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sehr zufrieden mit der jetzt gefundenen Lösung zeigte, erklärte Guttenberg nur, dass er Konzept mittrage. Diese Diskussion dürfte auch im beginnenden Bundestagswahlkampf noch eine größere Rolle spielen.

Klaus Franz, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates von Opel, begrüßte den Einstieg von Magna bei Opel in einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur. Für Magna spreche, so Franz, dass es ein hochmodernes Unternehmen mit einer interessanten Unternehmenskultur sei, die es allerdings für Gewerkschaften nicht leicht mache: "Aber es ist auch eine spannende Herausforderung, diese gemeinsamen Kulturen zusammenzubringen." Magna habe den gleichen Qualitätsstandard wie Opel und sei innovativ, insbesondere bei den Zukunftstechnologien. Opel müsse künftig hochmoderne Technologie zur erschwinglichen Preisen anbieten: "Die große Zukunft sehe ich im Potential, dass wir führend werden müssen in der Frage Elektroantriebe." Die Zusammensetzung von Magna mache für Opel außerdem den Markt der ehemaligen GUS-Staaten leichter zugänglich.

Der Verkehrsexperte Winfried Wolf hat schon vor Wochen gewarnt, dass mit einem Einstieg von Magna die Gefahr für die Opel-Standorte nicht gebannt ist. Erstens habe Magna keine Erfahrung als Massenproduzent von Pkws, zweitens drohe eine bedrohliche Abhängigkeit von einem in Kanada, USA und Russland engagierten Investor. Zudem sei der Magna-Chef Frank Stronach als erklärter Gewerkschaftsfeind bekannt.