Eckart von Klaeden: Von der Bilderberg-Konferenz zur Daimler AG

CDU-Politiker wird Cheflobbyist in Deutschlands großem Autokonzern

Eckart von Klaeden, Staatsminister im Kanzleramt und Vertrauter der Bundeskanzlerin Angela Merkel, wird Cheflobbiyst bei der Daimler AG. Spiegel Online berichtete, Eckart von Klaeden habe in einem Brief an die die Mitglieder seines CDU-Kreisverbandes mitgeteilt: "Bei der nächsten Bundestagswahl am 22. September werde ich nicht erneut für den Deutschen Bundestag kandidieren. Ich werde nach der Wahl eine Aufgabe bei der Daimler AG übernehmen. " Nach dem Spiegel werde von Klaeden bei Daimler "für die weltweiten Beziehungen des Unternehmens zu Regierungen und zu politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen verantwortlich" sein. Einmal mehr also der unmittelbare und umstrittene Wechsel von der Politik in die Wirtschaft

Interessant in diesem Zusammenhang: Der CDU-Politiker hatte im Juni 2008, als er noch außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU war, an der geheimen Bilderberg-Konferenz in Chantilly, im US-Bundesstaat Virginia, teilgenommen. Bei der Bilderberg-Konferenz handelt es sich um eine einmal im Jahr stattfindende, mehrtägige Zusammenkunft von hochrangigen Persönlichkeiten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Militär, Geheimdiensten, Medien und Forschung.

Jürgen E. Schremp, langjähriger Vorstandsvorsitzender der DaimlerBenz AG und der DaimlerChrysler AG, hat an der Bilderberg-Konferenz 2005, 2007 und 2009 teilgenommen. Ende 2005 hat Schremp seinem Managerposten bei Daimler abgegeben. Die Bilderberg-Konferenz wird zu gut Zweidrittel von Personen aus dem Kreis der Wirtschaft und der Finanzwelt dominiert.

Die Kosten des eigentlich als "privat" bezeichneten Treffens, die von Klaeden für seine Teilnahme entstanden sind, hat er aber vom Steuerzahler übernehmen lassen. Gegenüber dem Portal abgeordnetenwatch.de äußerte er sich so zur Kostenfrage:

"Meine Teilnahme ist kein Privatvergnügen. Ich habe an der Konferenz zwar nicht als offizieller Vertreter meiner Fraktion oder des Bundestages teilgenommen. Eine solche offizielle Teilnahme kennt die Konferenz nicht, sie stände im Widerspruch zu ihrem informellen Charakter, der Voraussetzung für die nahezu einzigartige Gesprächsatmosphäre ist. Der Dialog und Meinungsaustausch auf der Konferenz ist aber nichtsdestotrotz für meine Arbeit als Abgeordneter und als außenpolitischer Sprecher meiner Fraktion sehr wertvoll... Die mir entstandenen Kosten wurden vom Deutschen Bundestag übernommen."

Die nächste Bilderberg-Konferenz findet voraussichtlich vom 6.-9 Juni in der Nähe von London statt.

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