Ein AKW um jeden Preis

Großbritannien verhandelt um Einspeisevergütung für AKW-Strom zum doppelten Börsenstrompreis und mit 35 Jahren Laufzeit

Die britische Regierung verhandelt mit dem französischen Energiekonzern Électricité de France (EDF) über einen sogenannten Basispreis, also eine garantierte Einspeisevergütung für den Strom aus dem geplanten neuen AKW Block Hinkley Point C. Es soll in der Grafschaft Somerset auf dem Gelände des bestehenden AKWs gebaut werden.

Wegen der zu erwartenden hohen Baukosten ist nur noch EDF als Bieter für den Neubau im Gespräch. Die Baukosten werden zur Zeit mit geschätzten 16,5 Mrd. Euro angegeben, Inbetriebnahme soll 2020 sein. Beide Angaben werden sich, wie das Beispiel der finnischen AKW-Baustelle Olkiluoto gerade zeigt, noch um Einiges erhöhen. Dessen Baukostenschätzungen haben sich mittlerweile fast verdreifacht und die Inbetriebnahme sich bisher um fünf Jahre verzögert.

Aber die britische Regierung wünscht sich neue Reaktoren und preist sie als "saubere Energie" und Jobwunder an, von 20-25.000 Jobs während der Bauzeit und 900 im Betrieb ist die Rede. Und sie ist anscheinend bereit, hohe staatliche Garantien zu geben, damit EDF mit dem ersten AKW-Neubau auf der Insel seit fast 20 Jahren beginnt. Zur Zeit ist eine garantierte Einspeisevergütung von 9,5 Pence (11,23 Cent) je Kilowattstunde für einen Zeitraum von 35 Jahren im Gespräch.

Sie wäre damit fast doppelt so hoch wie der derzeitige Börsenstrompreis (der bei uns wegen der Erneuerbaren für das Jahr 2017 schon unter 4 ct gefallen ist). Zum Vergleich: Selbst die Vergütung des als teuer gescholtenen Solarstroms aus Solarkraftwerken liegt bei uns nur noch bei 10,82 Cent/kWh, unterliegt der Degression und läuft im Gegensatz zur geplanten britischen AKW-Vergütung nach 20 Jahren aus.

Anzeige