Eine reiche Nord-Süd-Achse durchzieht Europa

Nach der von GfK GeoMarketing veröffentlichten Karte der Kaufkraftdichte sind die Unterschiede in Europa enorm

Der Reichtum und damit auch die Kaufkraft sind in Europa sehr unterschiedlich verteilt. Das lässt sich auch wieder anhand der eben von GfK GeoMarketing veröffentlichten Übersichtskarte über die Kaufkraftdichte ersehen. Erfasst wird das das verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung am Wohnort, abzüglich Steuern und inklusive Sozialleistungen, allerdings nur in Pro-Kopf-Durchschnittswerten pro Quadratkilometer, was also nichts über die lokalen Unterschiede der Kaufkraft der Menschen aus reichen und ärmeren Vierteln einer Stadt aussagt.

In allen 42 europäischen Ländern haben die Menschen nach den Schätzungen der GfK insgesamt um die 8,5 Billionen Euro im Jahr 2011 zur Verfügung, die sie nicht für den Lebensunterhalt benötigen, sondern die sie für Konsum ausgeben oder zum Sparen anlegen können. Durchschnittlich wären das 12.774 Euro pro Kopf, was 3,1 Prozent mehr als im Jahr zu wäre. Besonders die Türkei und die Ukraine hätten mit großem Wirtschaftswachstum zur Zunahme beigetragen.

Die Unterschiede sind allerdings gigantisch, so dass sich eine große Kluft durch Europa zieht. Man könnte von den reichen Achsenländern bzw. -regionen sprechen, die sich im Norden von Norwegen über Südengland, Belgien und Nordfrankreich bis nach Mittelitalien im Süden ziehen und Europa durchschneiden. Die größte Kaufkraft - Stand Januar 2011 - gibt es in Liechtenstein mit einem Pro-Kopf-Durchschnitt von 54.000 Euro, gefolgt von der Schweiz und Norwegen und den Regionen um Paris, München, Frankfurt und Helsinki.

Bild: GfK GeoMarketing

Deutschland liegt an neunter Stelle nach Frankreich und Schweden mit 19.684 Euro. Nur sechs deutsche Kreise erreichen eine pro-Kopf-Kaufkraft, die das Niveau des ärmsten Kreises Norwegens übersteigt. Die Moldawier haben hingegen weniger als 1000 Euro. An zweitletzter Stelle kommt Ukraine. Trotz Wirtschaftswachstum ist die Kaufkraft nur doppelt so hoch wie in Moldawien. In Metropolen oder Regionen mit vielen Einwohnern ist normalerweise die Kaufkraft gegen über dem Rest des Landes höher, dabei sind die reichen Vorstadtgebiete, die Speckgürtel, meist deutlich wohlhabender als die Innenstädte.