Endlager als Schullabor

Schweden testet seinen Untergrund auf Eignung als Enlager - mit Öffnungszeiten für Besucher.

Schweden testet seinen Untergrund auf Eignung als Enlager - mit Öffnungszeiten für Besucher. Die schwedische Atomindustrie will ihren radioaktiven Abfall im Granitsockel des Landes einlagern. Die Exploratoren nutzen für ihre Tests einen vorhandenen Straßentunnel und trieben von dort aus Gänge bis 420 Meter Tiefe in den Fels. In Nischen wird untersucht ob die Endlagerbehälter in die der radioaktive Abfall später eingefüllt werden soll auch geologischen Veränderungen, etwa Temperaurschwankungen, wie sie bei zukünftigen Eiszeiten auftreten könnten, oder Felsbewegungen standhalten. Dazu wird versucht diese Umweltbedingungen nachzubilden. Das Felslabor ist öffentlich zugänglich und hat jährlich 11.000 Besucher, Schüler, Touristen und Anwohner.

Im Gegensatz anderen Ländern verläuft auch die Suche nach dem eigentlichen Endlager in Schweden nicht obrigkeitsstaatlich, sondern per Ausschreibung. Zwei Kommunen haben sich beworben, den Atommüll bei sich aufzunehmen Oskarshamn und Östhammar, beide sind bereits Standort von Kernkraftwerken. 83 Prozent der Bevölkerung in Oskarshamn sind dafür und in Forsmark 78 Prozent. SKB, die schwedische Kernbrennstoff und Abfallbeseitigungsgesellschaft will 2017 mit dem Bau des Endlagers beginnen.

Kritik kommt von der schwedischen Umweltorganisation MKG. Es sei unwahrscheinlich, gerade in diesen Gemeinden einen geeigneten Granitfelsen zu finden. Das Verfahren ein Endlager nur an einem Ort zu bauen, an dem auch Zustimmung der Bevölkerung dafür vorhanden ist, ist sympathisch und Akzeptanz bei der heutigen Bevölkerung notwendig, doch muß ein Enlager auch für die nächsten Jahrtausende sicher sein. In Deutschland wird immer noch nach einem sicheren Ort gesucht. Nach dem Desaster in Asse ist man gerade doppelt gescheitert: lösliche Salzstöcke sind anscheinend nicht sicher und eine Akzeptanz der Bevölkerung ist nicht vorhanden.

KBS - Schwedens vertikale Endlagerbehälter

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