Energiebilanz 2011: Fotovoltaik liefert jetzt mehr Strom als die Wasserkraft

Trotz Atommoratorium immer noch Stromexportüberschuss

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) hat ihre Energiebilanz für Deutschland von Januar bis Dezember 2011 vorgelegt. Der Stromaustauschsaldo mit den europäischen Nachbarländern weist Ende 2011 einen Ausfuhrüberschuss in Höhe von 5 Terawattstunden (TWh) auf. Hinter dieser Entwicklung verbirgt sich laut AGEB eine Abnahme der Stromexporte. Nach dem Atommoratorium verminderte sich die Stromerzeugung der AKWs übers Jahr um 23%.

Kompensiert wurde das durch mehr Verbrauch an Braunkohle um 4% auf 1.568 PJ und durch den Ausbau der Erneuerbaren. Sie legten 2011 um 4,1% zu und liefern jetzt mit mit 1.449 PJ 11% des gesamten Verbrauchs an Wärme und Strom. Am meisten stiegen die Erzeugermengen der Windkraft (+22%), der Fotovoltaik (+67%) und von Biogas (+21%). Fotovoltaik allein liefert mittlerweile rund 4% des gesamten Stromverbrauchs und leistete 2011 mengenmäßig erstmals einen größeren Beitrag zur Energiebilanz als die Wasserkraft.

Der Energieverbrauch insgesamt (Wärme und Strom) ist in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen und hatte eine Höhe von 13.411 Petajoule (PJ). Der Rückgang beträgt gegenüber dem Vorjahr rund 5%. Als wichtigste Gründe für die Verbrauchsminderung nennt die AGEB schlicht "die milde Witterung, was den Bedarf an Wärmeenergie deutlich verminderte". Bereinigt um diese Temperatureffekte wäre der Energieverbrauch 2011 nur um ein Prozent gesunken.

Vor allem fossile Brennstoffe für die Wärmeerzeugung (leichtes Heizöl, Erdgas) waren deshalb 2011 weniger gefragt. So sank der Mineralölverbrauch 2011 um 3% auf 4.549 PJ und damit den niedrigsten Wert seit 1990. Schade nur, dass Fortschritte in Richtung Verbrauchsminderung und Energieeffizienz dabei nur eine untergeordnete Rolle spielten.

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