Energydrinks nicht unbedenklich

Florian Rötzer

Red Bull und Co., vor allem mit Zugabe von Alkohol, sind für das Bundesinstitut für Risikobewertung riskante Enhancer.

Wer nicht gleich zu Drogen greifen will, um sich zu körperlich oder geistig aufzupeppen, greift schon mal zu den legalen Energydrinks. Das ist zwar nichts für die grün orientierten Kunden, wohl aber für die flotten Angepassten, die meinen, ein wenig zusätzlichen Speed haben zu müssen, um mithalten zu können oder irgendwie sportlich zu sein ("Red Bull verleiht Flügel“). Bekannt ist, dass Red Bull besonders viel Geld in das Marketing steckt und (Extrem)Sportarten fördert, um sich das entsprechende Image vor allem unter Jugendlichen zu geben,

Besonders die mit Alkohol vermischten Energydrinks wie Wodka Red Bull sind aber nach dem Bundesinstitut für Risikobewertung nicht als Enhancer geeignet, sondern bringen schwerwiegende gesundheitliche Risiken mit sich. Schon im März berichtete die Behörde, dass Energydrinks, "die Koffein, meist zusammen mit den Stoffen Taurin, Inosit und Glucuronolacton, oft in hohen Konzentrationen enthalten", gefährlich sein können, weil sich die Inhaltsstoffe "in ihrer toxikologischen Wirkung gegenseitig verstärken" können. Fatal sei auch, dass die Kombination von Alkohol und Energydrink suggeriere, dass sich die Wirkung des Alkohols kompensiere ließe. Das sei aber mitnichten so. Problematisch sei auch, dass Energydrinks wie Red Bull "mit kohlenhydrathaltigen Sportlergetränken, die kalorische Energie liefern", verwechselt werden

Nach Informationen des Spiegel wird die Behörde nun davor warnen, dass mit Alkohol vermischte Energydrinks "Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen" verursachen können. Dabei werden auch wie in der Mitteilung vom März auch Berichte von Todesfällen angeführt, die in Zusammenhang mit dem Konsum von alkoholisierten Energydrinks eingetreten sein sollen.

Im März stellte die Behörde fest, dass es noch kaum Untersuchungen über die Wirkung dieser Getränke gibt. Sie forderte zumindest, dass auf den Flaschen Warnhinweise für "Kinder, Schwangere, Stillende und Koffein-empfindliche Personen" angebracht werden sollten. Auch "Patienten mit Bluthochdruck oder Herzerkrankungen" sollten keine Energydrinks zu sich nehmen. Hingewiesen werden sollte zudem darauf, dass "beim Konsum größerer Mengen derartiger Getränke im Zusammenhang mit ausgiebiger sportlicher Betätigung oder mit dem Genuss von alkoholischen Getränken unerwünschte Wirkungen nicht ausgeschlossen werden können".